Wegen des Ampel-Bruchs und der relativ kurzfristigen Ansetzungen der Neuwahlen in Deutschland, werden sich Briefwähler ein wenig sputen müssen. Statt der gewöhnlich sechs bis sieben Wochen werden zur kommenden Bundestagswahl am 23. Februar wohl nur etwa zwei Wochen bleiben, sich Wahlunterlagen zuschicken zu lassen und die ausgefüllten Stimmzettel zurückzusenden. Dabei ist das Problem durch die Parteien selbst und durch das neue Postgesetz der Ampel hausgemacht.
Eine Sorge, die sich wegen der knappen Fristen nun im politischen Lager links der Mitte breitmacht: Vor allem die AfD könnte von Ungereimtheiten, liegengebliebenen oder zu spät abgeschickten (und somit nicht mitgezählten) Stimmzetteln profitieren. „Die Risiken der Briefwahl stärken vor allem eine Partei“ lautet der Titel einer entsprechenden Analyse der Zeit.
Denn: Die AfD ist die einzige Partei, deren Wähler deutlich häufiger den klassischen Gang zur Wahlurne am Wahltag selbst bestreiten. Der Unterschied zwischen Urnen-Wählern und Briefwähler beträgt bei der AfD knapp sieben Prozentpunkte. Im Gegensatz dazu wählt beispielsweise je die Mehrheit der Wähler von CDU (3 Prozent mehr) und den Grünen (3,7 Prozent mehr) per Brief. Bei SPD, FDP und Linke halten sich Urnen- und Briefwähler in etwa die Waage.
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