TV-Satiriker Jan Böhmermann stellt seine ZDF-Sendung zunehmend in den Dienst eines moralischen Selbstverständnisses, das behauptet, die Demokratie gegen rechte Umtriebe verteidigen zu müssen. Was ihm – wie vielen öffentlich-rechtlichen Mitarbeitern und etlichen Journalisten – offenbar nicht bewusst ist: Auch sie selbst sind längst Opfer des Algorithmus, genau wie die Anhänger von Putin, Neonazis, Islamisten oder Free-Gaza-Demonstranten.
Das eigentliche Problem liegt darin, dass man sich bei allen kontroversen Themen zwingen muss, auch gegensätzliche Perspektiven zu verstehen und zu analysieren. Wer ausschließlich die Süddeutsche Zeitung und den Spiegel liest, sollte auch mal zur Welt oder NZZ greifen und umgekehrt. Wer regelmäßig Maischberger schaut, sollte gelegentlich auch Joe Rogan zuhören. Und wer sich tiefer mit Themen auseinandersetzen will, sollte längere Studien und Bücher heranziehen.
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk jedoch wird von allen Bürgern finanziert. Er sollte sich weder auf eine politische Weltanschauung festlegen, noch gezielt daran mitwirken, Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit einzuschränken. Es wird häufig pauschal angenommen, dass jeder, der Migration begrenzen will, in Wahrheit ein Nazi sei – am liebsten bereit, Migranten zu erschießen.
ERFURT: Massen-Proteste gegen AfD-Parteitag! Einzelne Krawalle! Weidel hat mehr Macht I WELT STREAM











