Die Konzernlandschaft der Europäischen Union besticht nicht unbedingt durch außergewöhnliche Innovationskraft, ihr dynamisches Investitionsgeschehen oder besondere Resilienz im Krisenfall und bei externen Schocks. Zu ihren Kernkompetenzen zählen allerdings professioneller Lobbyismus sowie die Stabilisierung korporatistischer Netzwerke auf höchster politischer Entscheidungsebene der EU. Brüssel ist zu einem regelrechten Spinnennetz der Interessenverbände mutiert. Politische Einflussnahme inklusive.
In der belgischen Hauptstadt sind die Distanzen zwischen Chefetagen der Großindustrie und der Politik traditionell kurz. Es geht um die Etablierung enger Netzwerke, um den Strom von Subventionen und die Lenkung massiver Fördermittel zu sichern. Der dreiste Zugriff auf Steuergeld ist das Vermächtnis der Brüsseler Bürokratie und der professionellen Subventionsjäger.
Außen vor bleibt der klassische Mittelstand – er besitzt keine politische Repräsentanz, bildet aber das Fundament unserer Ökonomie und ist tief eingewoben in unseren Alltag, fester Bestandteil des sozialen und kulturellen Fundaments unserer Gesellschaft. Lobbyabzocke bleibt das Monopol von Ökopolitik und dem eigens und dem unterworfenen Teil der Konzernindustrie.
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