Papst Leo XIV. – Geboren im Zeichen des Kreuzes

vor 10 Monaten

Papst Leo XIV. – Geboren im Zeichen des Kreuzes
Bildquelle: Tichys Einblick

Leos Geburtstag, der 14. September 1955, ist vielleicht ein erstes Zeichen, das ihm den Weg wies, der ihn schließlich zum 267. Nachfolger Petri werden ließ. Denn der 14. September, das Fest der Kreuzerhöhung, galt den frühen Christen (und heute noch in der Orthodoxie) als eines der wichtigsten Kirchenfeste im Jahreslauf. An diesem Tag vor genau 1700 Jahren wurde in Jerusalem die wichtigste Reliquie der Christenheit entdeckt, das Kreuz, an dem Jesus selbst für unsere Sünden starb. Seine Auffindung, seine Bergung aus den Tiefen einer Katakombe, führte zum Siegeszug des Kreuzes, zu seiner Verehrung in der ganzen Welt. (…)

Auf dem Konzil von Nicaea im Mai 325 hatte Kaiser Konstantin der Große durch den Bischof von Jerusalem erfahren, dass die Stätten der Passion und der Auferstehung Jesu, der Hügel Golgotha und das leere Grab, sehr wohl bekannt, aber damals nicht zugänglich waren. In einem Versuch, jeden christlichen Kult zu unterdrücken, hatte der römische Kaiser Hadrian 135 n.Chr. sie mit einer Plattform überbaut, auf der er das Westforum von Jerusalem (damals »Aelia Capitolina«) und einen heidnischen Tempel errichten ließ.

Dass dieser Tempel ausgerechnet der Aphrodite, der Göttin der Liebe und Lust, geweiht war, deren Statue auf dem Stumpf des Golgotha-Hügels stand, hatte die Christen besonders entsetzt. Konstantin, der große Förderer des Christentums, versprach dem Bischof, hier Abhilfe zu schaffen. Er hatte bereits in Rom über den Gräbern von Petrus und Paulus große Kirchen errichtet (nämlich die Vorläuferbauten des heutigen Petersdomes und der Basilika »St. Paul vor den Mauern«). Jetzt wollte er über dem leeren Grab Christi eine kreisrunde »Auferstehungsbasilika« nach dem Vorbild des römischen Pantheons erbauen lassen.

Konstantins Mutter, die fast 80-jährige Helena, eine in Trier getaufte Christin, wollte schon immer ins Heilige Land pilgern und erhielt von ihrem Sohn den Auftrag, die Bauarbeiten zu beaufsichtigen. So war sie dabei, als die Arbeiter unweit des Golgatha-Stumpfes eine alte Zisterne entdeckten, die offenbar von den Urchristen, einer Katakombe ähnlich, als geheime Gedenkstätte benutzt worden war.

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