Wenn die Paris Fashion Week am Dienstag zu Ende geht, bleibt eine Saison in Erinnerung, die stärker als viele zuvor von Gegensätzen geprägt war. Auf den Laufstegen prallten zwei sehr unterschiedliche Visionen der Gegenwart aufeinander: auf der einen Seite düstere Inszenierungen, die tradtitionelle Körperbilder provozieren. Auf der anderen Seite überraschte der Runway mit der Rückkehr von Romantik, Farbe und emotionaler Leichtigkeit.
Es wirkt fast wie eine Erzählung aus einem Hollywoodstreifen oder Videospiel: Gut gegen Böse, Dunkelheit gegen Licht. Die Runways wurden zur Bühne eines visuellen Konflikts, in dem dystopische Körperbilder auf zarte, fast nostalgische Modefantasien trafen. Die Frage ist nur: Wie viel Provokation braucht Mode wirklich – und was bleibt davon übrig, wenn sie auf den Laufstegen milliardenschwerer Luxuslabels stattfindet?
Romantische Looks von Dior auf dem Runway der Paris Fashion Week
Zu den meistdiskutierten Shows dieser Saison gehörte zweifellos die Präsentation des Avantgarde-Labels Matières Fécales. Bereits der Name des Labels, der aus dem Französischen übersetzt „fäkale Materien“ bedeutet, spielt mit bewusster Provokation und dem Kontrast zwischen Luxus und gesellschaftlichem Tabu. Gegründet 2025 von Hannah Rose Dalton und Steven Raj Bhaskaran, zeigte das kanadische Designerduo im historischen Palais Brongniart seine dritte Show und sorgte für einen der radikalsten Momente der Fashion Week.
Bekannt wurde das Label einem größeren Publikum unter anderem durch Lady Gaga, die im vergangenen Jahr bei einem öffentlichen Auftritt einen spektakulären Look des Modehauses trug.
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