Das ist beim Sonntagskrimi, speziell der Dortmunder Variante, gut geübte Praxis: Hier hat so ziemlich alles Schlagseite. Vom schrägen Peter Faber (Jörg Hartmann) über seine verdruckste Kollegin Rosa Herzog (Stefanie Reinsperger) bis hin zur zwielichtigen Kommissariatsleiterin Ira Klasnic (gespielt von Alessija Lause, schmust mit albanischen Gangstern in Folge 1298) und dem untercharismatischen Staatsanwalt Matuschek (Moritz Führmann).
Weit und breit niemand, der beim Tatort Dortmund über ein ansatzweise geregeltes Familien- oder Liebesleben verfügen würde. Auch nicht der dank eines vom Bundesland Bayern abgekupferten polizeiinternen Förderprogramms (Faber dazu, ironisch: „wenn es aus BY kommt, muss es ja gut sein“) neu zur Kripo gestoßene Streifenpolizist Otto Pösken (Malick Bauer), der Herzog offenbar im Auftrag von Klasnic bespitzelt, anbaggert („du kriegst das hin, bist so gut darin, Leute zu lesen“) und endlich im nächtlichen Büro rumkriegt.
Wie bei dieser Ausgangslage zu erwarten, steht auch der neue Fall unter keinem guten Stern: Zoe Gebken (Tesla Tekin) irrt in der Eröffnungsszene (erdacht von Regisseurin Nana Neul) rußgeschwärzt wie ein untotes Wesen durchs frühmorgendliche Dortmund. Ihre tränenüberströmte Mama Meike Gebken (Nadja Becker) wird, an Rauchgasen erstickt, in ihrem Vorstadthäuschen (Nachbarin: „in der Gegend sind schonmal nachts Autos aufgebrochen worden“) gefunden. Da wohnte sie aber schon länger nicht mehr, lebte wegen der brutalen Angriffe ihres Lebensgefährten Jens Hielscher (Sebastian Zimmler) schon seit einiger Zeit in einem Frauenhaus im Stadtteil Dorstfeld.
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