Das britische Magazin The Economist hat mit seiner jüngsten Titelgeschichte eine Debatte über die Zukunft des Asylsystems angestoßen. In der aktuellen Ausgabe plädiert das traditionsreiche Blatt für die Abschaffung des bestehenden Asylrechts und die Entwicklung eines neuen Modells. In dem begleitenden Artikel, der auch online veröffentlicht wurde, argumentieren die anonym bleibenden Autoren, das aktuelle System sei angesichts globaler Veränderungen wie wachsender Konflikte, günstiger Reisemöglichkeiten und wirtschaftlicher Ungleichheit überfordert und ineffizient.
Besonders deutlich wird die Haltung in Passagen, die weltweit auf Kritik und Zustimmung stoßen. So heißt es im Text: „Mitfühlende Westler mögen den Drang verspüren, den Flüchtlingen zu helfen, die sie an ihren Küsten ankommen sehen. Aber wenn die Reise lang, beschwerlich und kostspielig ist, werden diejenigen, die sie beenden, normalerweise nicht die Verzweifeltsten sein, sondern männlich, gesund und relativ wohlhabend.“ Die Autoren fordern eine klarere Trennung zwischen Asylgewährung und Arbeitsmigration.
Zugleich schlägt das Magazin vor, Flüchtlinge künftig möglichst nahe ihrer Herkunftsregion unterzubringen. Die Chancen auf eine spätere Rückkehr stiegen, wenn Menschen in benachbarte Länder flüchteten. Dort sei auch eher mit kultureller Nähe und größerer Akzeptanz durch die Bevölkerung zu rechnen: „Es ist auch wahrscheinlicher, dass sie von ihren Gastgebern willkommen geheißen werden, die ihnen in der Regel kulturell nahestehen und sich bewusst sind, dass sie die erste verfügbare Zuflucht vor einer Katastrophe suchen“, heißt es im Artikel.
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