Plötzlich Hassobjekt: Im Fadenkreuz des ÖRR

vor 11 Monaten

Plötzlich Hassobjekt: Im Fadenkreuz des ÖRR
Bildquelle: Tichys Einblick

Eigentlich müsste der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) Katharina Schmieder dankbar sein. Denn mit ihrem X-Account Critical_Cat weist sie auf handwerkliche Fehler hin, die sich ein Apparat wie der ÖRR eigentlich nicht leisten darf:

Gern lässt man dort den „einfachen Bürger“ zu Wort kommen. Löblich. Allerdings entpuppt sich dieser allzu häufig als Parteimitglied, politischer Amtsträger oder gar ÖRR-Mitarbeiter – ohne als solcher gekennzeichnet zu werden. Schmieder, die selbst beim SWR tätig war, deckt solche Nachlässigkeiten unermüdlich auf: Wenn wieder einmal am Rande einer Demonstration ein „zufällig vorbeikommender Passant“ oder in einer Talkshow der zufällige Studiogast sein Statement abgibt, veröffentlicht sie die Information, welches Amt, welche Funktion die Person innehat. Information, die eigentlich der ÖRR dem Zuschauer bereitstellen müsste – sachlich, ohne Wertung, nur Fakten.

Ostentativ problematisiert die Sendung die Bereitstellung der Daten durch Schmieder. Die wehrt sich: „Ich zeige keine persönlichen Daten, sondern Screenshots öffentlicher Profile und Zeitungsartikel. Das sind öffentlich einsehbare Informationen“, betont Schmieder gegenüber TE.

Damit der gegenteilige Eindruck entsteht, bedient sich der SWR durchgängig einer eklatanten Diskrepanz zwischen Bild und Text: Eingeblendet werden öffentlich zugängliche Informationen, der eingespielte Kommentar besagt, es handle sich um private Daten. Dem Zuschauer fällt das kaum auf. Er verlässt sich auf eine korrekte redaktionelle Einordnung der gezeigten Inhalte.

Man kann davon ausgehen, dass er bei seinen Zuschauern damit durchkommt – gemäß ihrer Altersstruktur werden viele von ihnen nur eingeschränkt an der Internetöffentlichkeit teilhaben. Sie bekommen nicht mit, dass es der ÖRR ist, der private Daten, die nicht von öffentlichem Interesse sind, offenlegt, und sie gleichzeitig über private Daten, die dagegen von öffentlichem Interesse sind, täuscht.

Unfreiwillig komisch ist denn auch der Titel der Sendung: „Plötzlich Hassobjekt“ – das ist in erster Linie Schmieder selbst, die dem ÖRR ein Dorn im Auge ist. Und wie um ihre Kritik zu bestätigen, strotzt auch dieses Machwerk vor handwerklichen Fehlern.

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Tichys Einblick

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Tichys Einblick zu lesen.

Weitere Artikel