Politik stellt ungedeckte Schecks aus: Ökonom Raffelhüschen warnt vor Schuldendesaster

vor 10 Monaten

Politik stellt ungedeckte Schecks aus: Ökonom Raffelhüschen warnt vor Schuldendesaster
Bildquelle: Apollo News

Bei der Betrachtung der öffentlichen Verschuldung blicken wir gewöhnlich auf eine statische Größe, die sogenannte Staatsschuldenquote. Sie setzt die bestehenden Verbindlichkeiten der öffentlichen Hand in eine Relation zum Bruttoinlandsprodukt. Im Falle der Bundesrepublik, die im Moment eine Gesamtverschuldung von 2,7 Billionen Euro aufweist, ergibt dieser Quotient eine Staatsverschuldung von etwa 64 Prozent. Damit findet sich das Land im unteren Bereich des europäischen Schuldenrankings wieder.

Das Problem an der Staatsschuldenquote ist, dass sie eine statische Betrachtung darstellt, die Zahlungsverpflichtungen der Zukunft nicht einbezieht. Politisches Handeln, wie auch der Wettbewerb der Parteien untereinander, führt in der Regel zu zeitlichen Verzögerungen der Zahlungsverpflichtungen, die auf politische Versprechungen folgen.

Um daher die tatsächliche fiskalische Situation eines Staates präziser zu erfassen, lohnt es sich, bei der Kalkulation die Regeln der klassischen Unternehmensführung anzuwenden. Das bedeutet, sowohl die zu erwartenden Einnahmen als auch die bereits kontraktierten Zahlungsverpflichtungen für die Zukunft abzuwägen.

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