Viele Medien ersparen dem Redner die wohl verdiente Schelte für eine nicht ganz so brilliante Ansprache, den Tadel, weil er um den heißen Brei geschlichen ist. Sie fassen einfach kurz zusammen, was er so von sich gab, setzen ein zwei prägnante Sätze in die Titelzeile und lassen es dabei bewenden. Ist ja Feiertag.
Oder lassen, wie der Focus und Fabienne Ritzki, einfach mal die Leser die Tritte gegen das Scheinbein von Friedrich Merz ausführen: „Mit seiner Neujahrsrede setzt Kanzler Merz auf Aufbruch und Reformen. In unserer Community überwiegen jedoch Skepsis, Vertrauensverlust und Zweifel an der politischen Umsetzungskraft.“
Die „habe vor allem kritische Reaktionen ausgelöst. In den Kommentaren überwiegen Zweifel an Glaubwürdigkeit und politischer Umsetzungskraft…. die politische Kommunikation überzeugt viele nicht mehr. Entscheidend ist weniger die formale Korrektheit als der Eindruck fehlender Verlässlichkeit und Führungskraft.“
Die Welt überlässt die kritischen Anmerkungen einem Video mit Politikwissenschaftler Prof. Oliver W. Lembke, der von der Politik mehr Mut fordert. Die Ansprache des Kanzlers habe sich im Übrigen an die falschen Adressaten gerichtet, diese Sprache der Beschwichtigung könne es doch nicht wirklich sein … zwar benutze man selbst Angstrhetorik, habe aber hat selbst Angst vor der Reaktion der Wähler. (Die habe, so der Beitrag, Schröder mit seinen Hartz4-Reformen nicht gehabt, und sei auch prompt abgestraft worden).
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