Die frühere RAF-Terroristin Daniela Klette hat während ihres Prozesses vor Gericht in ihrem Schlussplädoyer die Raubüberfälle ihrer Gruppe gerechtfertigt. Allerdings äußerte sie sich nicht dazu, ob sie persönlich an diesen beteiligt war. Die Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Haft wegen der Beteiligung an acht Raubüberfällen zwischen 1999 und 2016. Sie ist wegen versuchten gemeinschaftlichen Mordes und schweren bandenmäßigen Raubes angeklagt.
Wie der NDR berichtet, beteuerte Klette, dass das Verfahren gegen sie politisch motiviert sei. Der Staat wolle politischen Widerstand delegitimieren. Gleichzeitig sagte sie, dass ihre Taten als Teil der RAF nichts mit „Abenteuerlust“ zu tun gehabt hätten, sondern notwendig gewesen seien, um zu überleben. Sie sei in den Untergrund abgerutscht, weil der Staatsschutz sie immer stärker überwacht habe, meinte sie. Ihr tue es „wirklich sehr leid“, dass Geschädigte der Überfälle noch heute psychisch darunter litten.
Zugleich bezweifelte sie indirekt, ob die Überfälle ursächlich für die psychologischen Probleme seien. Denn heutzutage gebe es wegen Armut, Rassismus, Unterdrückung und Kriegen viele traumatisierte Menschen. Der Anwalt des Nebenklägers fordert eine Haftstrafe von elf Jahren. Sein Mandant war Mitarbeiter bei einem überfallenen Geldtransport im Jahr 2015 und ist bis heute arbeitsunfähig. Er fuhr den Geldtransport und erlebte, wie auf ihn geschossen wurde.
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