Irgendwann muss jemand mit einem dicken roten Filzstift durch das Drehbuch von Silke Zertz und Frauke Hunfeld gegangen sein, um die besonderen – eigentlich – wichtigen Inhalte hervorzuheben. Heraus kam eine dünne Krimisuppe, in der ein paar Brocken Sozialkritik schwimmen. So wichtig sind die sozialpolitischen Inhalte, dass Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) und ihr Chef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) die Moral von der Geschicht ab Minute 89 nach dramatischem Finale nochmal abschliessend fürs Publikum zusammenfassen müssen.
Die Republik krankt am Fachpersonalmangel und einem “heruntergewirtschafteten Gesundheitssystem”. Selbst ein verzweifelter Anruf beim Bundeskanzler (Schnabel droht ihn an) kann da nichts ausrichten.
Pascal Schadt (Florian Geißelmann) und Lilly-Marie Reuter (Dilara Aylin Ziem) büchsen aus ihrem “Heim für Kinder und Jugendliche” aus (den bösen Begriff “für Schwererziehbare” vermeidet man). Dabei ist es doch in der riesigen Villa ganz nett: Nur 15 Kinder, ein gehbehinderter Hausmeister, der sich um alles kümmert (Erwin Miersch, gespielt von Elmar Gutmann, wartet schon ein halbes Jahr auf einen Termin für seine neuen Hüftgelenke), ein eigener Pferdestall und Reittherapiestunden, Trampolin, Tischtennis, und natürlich WLAN.
DEUTSCHLAND: Klingbeil präsentiert Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 & Finanzplan bis 2030











