Es war ein Fall, der bundesweit für Empörung sorgte: Der Lehrer Oziel Inácio-Stech, der an einer Schule in Berlin-Moabit unterrichtet hat, hatte über jahrelanges Mobbing von überwiegend muslimischen Schülern berichtet – auf Grund seiner Homosexualität. Die Süddeutsche Zeitung machte den Fall öffentlich, dabei sollen in der Klasse Sätze wie „Geh weg, du Schwuler“ gefallen sein. In einem besonders brisanten Vorfall soll ein libanesischer Fünftklässler mit einer Spielzeugpistole in den Unterricht gekommen sein und erklärt haben, er wolle keinen schwulen Lehrer. Die Drohung glicht einer islamistischen Machtdemonstration. Und Inácio-Stech fühlte sich von der Berliner Bildungsverwaltung im Stich gelassen. Ausgerechnet die Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), die Lebensgefährtin des Bürgermeisters Kai Wegner (CDU), soll dabei im Fall untätig geblieben sein.
Das geht aus einer Rekonstruktion hervor, die die Berliner Zeitung veröffentlichte. Dem Bericht zufolge soll es nämlich nicht bei der muslimischen Homophobie geblieben sein: Statt Hilfe von der Berliner Verwaltung zu erhalten, sah sich der Lehrer in zweites Mal als Mobbingopfer – diesmal durch die Behörden selbst. Schulleitung und Schulaufsicht hätten ihn ausgegrenzt, so seine Darstellung. Es kursierten sogar anonyme, nie belegte Gerüchte über angeblich unangemessenes Verhalten gegenüber Schülern. Nachdem jahrelang nichts geschehen war, wandte er sich schließlich an die Öffentlichkeit.
Oziel Inácio-Stech leidet unter der Homophobie muslimischer Schüler.
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