Auf Antrag der AfD-Fraktion hat der Bundestag am Donnerstag über den Pornoskandal an einer ostsächsischen Schule debattiert. Dort hatte ein von der Amadeu-Antonio-Stiftung finanziertes Projekt Schülern einer neunten Klasse Pornografie zugänglich gemacht. Während die AfD scharf und die Union eher vorsichtig Kritik an dem Skandal übte, verharmlosten SPD, Grüne und Linke in ihren Reden den Fall maßgeblich.
„Es geht um den Missbrauch von Schutzbefohlenen, von Schülern der neunten Klasse einer staatlichen Schule“, erklärte der AfD-Fraktions- und Parteichef Tino Chrupalla, in dessen Wahlkreis sich der Skandal ereignete. „Sektenartig sollten den Jugendlichen ideologische Ansätze übergestülpt werden“, führte er aus. „Die Wut bei den Betroffenen ist groß.“ Chrupalla zitierte dazu die Eltern betroffener Kinder, die ihrer Fassungslosigkeit Ausdruck verliehen hatten.
„Ich möchte keinesfalls pauschal verurteilen – weder Lehrer noch Nichtregierungsorganisationen. Wir möchten für das Thema sensibilisieren“, erklärte Chrupalla, der auch die Wertschätzung von Lehrern betonte. „Aber meine Damen und Herren, ich habe es immer gesagt: Finger weg von unseren Kindern. Mit den Vorkommnissen in Schleife wurde diese Grenze unumkehrbar überschritten, und das werden wir nicht akzeptieren!“, rief der AfD-Chef. Es sei auch Aufgabe der Politik, das Vertrauen in staatliche Bildung wiederherzustellen. „Gegen diese Zustände müssen wir parteiübergreifend agieren.“
„Die Amadeu-Antonio-Stiftung kann ihre geförderten Projekte gar nicht einschätzen oder gar beurteilen“, beklagte Chrupalla zudem. Zwei Klicks im Internet hätten ausgereicht, „um das sexualisierte Programm der Falken zu finden“, zitierte Chrupalla erneut die Mutter eines betroffenen Kindes. Die Gewerkschaftsjugend „Die Falken“ hatte das Projekt in der sächsischen Schule veranstaltet. „Solange dieser Umstand anhält und nicht alle Projekte geprüft sind, muss die staatliche Finanzierung (der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anm. d. Red.) eingestellt werden“, forderte Chrupalla zum Abschluss.
Der AfD-Abgeordnete Götz Frömming warnte davor, den Skandal als „Einzelfall“ oder „Versehen“ zu verharmlosen. „Es gehört seit Karl Marx zum Programm der Linken, die bürgerliche Familie zu zerstören“, sagte Frömming. „Warum, meine Damen und Herren? Weil die Familie die Keimzelle der bürgerlichen Gesellschaft bildet.“ Dies sei der Hintergrund solcher Projekte wie desjenigen in Sachsen, führte Frömming aus. „Die gezielte Desorientierung von Kindern und Heranwachsenden durch Frühsexualisierung und Reklame für LGBTQ, bevor sie in traditionelle Rollenbilder hineinwachsen, ist Teil eines Programms zur Zerstörung der Gesellschaft“, meinte der Abgeordnete. Die AfD werde das nicht zulassen.
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