In einer aktuellen Rede an der Universität Padua sorgte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto mit einem markanten Satz für Aufsehen: „Die Nato hat keine Existenzberechtigung mehr.“ Der Minister, Mitglied der rechtsnationalen Regierungspartei Fratelli d’Italia und enger Vertrauter von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, argumentierte, dass sich die geopolitischen Kräfteverhältnisse massiv verschoben hätten. Die Welt werde heute nicht mehr allein von Europa und den USA bestimmt. Stattdessen sei es notwendig, neue Partnerschaften – insbesondere mit Ländern des Globalen Südens – zu schmieden, um Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten.
Crosetto forderte eine grundlegende Neuausrichtung des Bündnisses und kritisierte zugleich die Europäische Union. Diese agiere, so der Minister, „als wäre sie in der Vergangenheit gefangen“. Eine echte Chance zur politischen Gestaltung und zu einer gemeinsamen Sicherheitsarchitektur sei ungenutzt geblieben.
Italien, das seit der Gründung der Nato im Jahr 1949 zum Kreis der ursprünglichen zwölf Mitgliedsstaaten gehört, kritisiert damit scharf das Militärbündnis – und das nur kurz vor dem Treffen aller 32 Nato-Partner in Den Haag. Auch US-Präsident Donald Trump wird an diesem Treffen teilnehmen.
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