Smartphone-Pflicht im Stadion: Wie Bayern München der EU bei der Chatkontrolle hilft

vor etwa 4 Stunden

Smartphone-Pflicht im Stadion: Wie Bayern München der EU bei der Chatkontrolle hilft
Bildquelle: Tichys Einblick

Der FC Bayern schafft die gedruckte Eintrittskarte ab. Komplett. In die Münchner Allianz-Arena kommen die Fußballanhänger nur noch, wenn sie ein Smartphone haben – UND entweder die FC-Bayern-App oder die Allianz-Arena-App.

Externe Anbieter wie Apple Wallet oder Google Wallet werden nicht mehr unterstützt. Auch PDF-Tickets werden nicht mehr akzeptiert. Screenshots reichen nicht; sie werden weitgehend unterbunden.

Der Club nennt das „Service“ und behauptet, der Stadionbesuch werde dadurch „noch einfacher“. Diese Redewendungen kennt man: Es ist die Sprache jeder digitalen Entmündigung. Erst wird ein analoges Angebot abgeschafft, dann nennt man die Verringerung der Wahlmöglichkeiten „Komfort“.

Früher ging der Fan des deutschen Rekordmeisters zu den Spielen mit einer Eintrittskarte und einem rot-weißen Schal. Heute braucht derselbe Fan ein Smartphone, einen Akku, ein Betriebssystem, eine App, ein Konto, ein Login-Passwort – und die Zustimmung zu einem geschlossenen technischen System.

Wer das nicht hat, bleibt draußen.

Der Verein nennt das „modernes Ticketing“. In Wahrheit ist es die totale Zutrittskontrolle.

Denn der Stadionbesucher kauft ja gar keine Eintrittskarte mehr. Stattdessen geht er eine digitale Geschäftsverbindung ein, und in der ist der Informationsfluss maximal einseitig. Der Club weiß, wer kauft, wer weiterleitet, wer annimmt, wer mit wem kommt, welches Konto genutzt wird, welche App installiert ist. Aus dem Stadionbesuch wird ein digitaler Überwachungsvorgang. Aus dem Anhänger wird ein Nutzer, aus der Eintrittskarte wird ein Kontrollinstrument.

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