Wie schon so oft in ähnlichen Fällen wird die dramatische Bedeutung migrantischer Gewalt in den Nachrichten heruntergespielt. Das politisch und gesellschaftlich heiße Eisen wird nur mit ganz spitzen Fingern angefasst, wenn überhaupt. Hier lesen Sie, was wir erfahren – und was nicht.
Die Bluttat von Aschaffenburg ereignete sich am Mittwoch gegen 11.45 Uhr. Gut eine Stunde später, um 12.52 Uhr, meldete die Polizei Unterfranken einen Einsatz im Schöntal-Park. In einem Update um 13.12 Uhr hieß es, es gebe noch keine Hinweise auf Tatverdächtige, vom Afghanen war um 14.36 Uhr zum ersten Mal die Rede.
Die Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunks hielt um 13.00 Uhr erst einmal andere Themen für wichtiger: eine Verlautbarung des Instituts der deutschen Wirtschaft, die Forderung Donald Tusks an Europa, mehr Geld in die Verteidigung zu stecken und die Staatstrauer in der Türkei nach einem Hotelbrand.
Um 14.00 Uhr ging es sieben Minuten lang unter anderem wieder um die demnächst unbeschäftigten Diversity-Beschäftigten, die Anklage gegen eine „Reichsbürgerin“, eine Kampagne der NS-Gedenkstätten gegen Geschichtsvergessenheit, Klimaschutz, wieder Tusk, um Zölle und einen drohenden „Handelskrieg“ und ein Urteil eines niederländischen Gerichts in Sachen Stickstoffemissionen. Erst dann wurde von Aschaffenburg berichtet, die Hintergründe seien noch unklar.
Kampagnen-Slogans sind dem Deutschlandfunk wichtiger als Aschaffenburg.
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











