Schleswig-Holsteins CDU-Ministerpräsident Daniel Günther kritisierte den NDR am Mittwoch dafür, Julia Ruhs nicht mehr als Moderatorin in der Sendung „Klar“ zu beschäftigen. Sie darf nur noch die Sendungen moderieren, die vom BR produziert werden (mehr dazu hier). Günthers Worte sind auch deshalb brisant, weil er eine Veranstaltung des NDR zum Intendantenwechsel bereits im Vorfeld abgesagt hatte und stattdessen am Mittwoch auf einer Veranstaltung mit Julia Ruhs das Grußwort sprach.
Die Veranstaltung der Hermann Ehlers-Stiftung trug den Titel „Debatte erwünscht? Meinungsvielfalt und Medienkultur“. Ruhs stellte ihr neues Buch „Linksgrüne Meinungsmacht“ vor. Günther sprach von einem „extrem schlechten Signal“ für den NDR. Er wolle laut Spiegel ein Zeichen dafür setzen, „dass wir den politischen Diskurs, gerade unter demokratischen Parteien, positiv führen sollten, dass wir miteinander im Gespräch sind, dass man andere Meinungen akzeptieren sollte, dass man auch andere demokratische Parteien akzeptieren sollte“.
Es sei wichtig, dass die öffentlich-rechtlichen Sender die Bandbreite der Meinungen darstellen, die es im Diskurs gebe, so der Politiker. Wenn das nicht geschehe, würden sich Menschen, „die den demokratischen Parteien entgleiten“, bestätigt fühlen. Der BR habe sich richtig entschieden, Julia Ruhs im Format zu behalten. „Der Norddeutsche Rundfunk sollte sich davon lieber eine Scheibe abschneiden.“
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