Nach drei Jahren, in denen der Atomreaktor Gori-2 in der südkoreanischen Hafenstadt Busan abgeschaltet war, ist er Anfang April wieder ans Netz gegangen. Der 640-Megawatt-Druckwasserreaktor, der von der staatlichen Korea Hydro and Nuclear Power Company betrieben wird, musste im April 2023 abgeschaltet werden, weil er nur eine Betriebsgenehmigung für 40 Jahre hatte, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtet.
In den drei Jahren, in denen der Reaktor stillgelegt war, wurden Sicherheitsinspektionen und Modernisierungsarbeiten durchgeführt. Der Reaktor darf jetzt bis 2033 weiter Strom erzeugen. Zudem kündigte der Betreiber bereits an, bei neun weiteren Reaktoren, deren Betriebsgenehmigung bis 2030 ausläuft, eine Verlängerung zu beantragen.
Für das rohstoffarme Südkorea kommt die Wiederinbetriebnahme zu einem idealen Zeitpunkt. Aufgrund der Blockade der Straße von Hormus kommt es in dem Land zu einer Energieknappheit. Südkoreas Präsident Lee Jae Myung rief deswegen die Bevölkerung auf, „jeden Tropfen Sprit“ zu sparen. „Die Regierung betrachtet die aktuelle Lage als eine Krise für die Volkswirtschaft, die mit den Verhältnissen in Kriegszeiten vergleichbar ist“, sagte der Präsident. Zudem hat das Land bereits den Export von Naphtha, einem Erdölprodukt, das für die chemische Industrie von hoher Bedeutung ist, verboten. Weitere Exportverbote, wie unter anderem für Harnstofflösungen, Helium und Aluminium, könnten demnächst folgen.
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