Tagesschau nimmt Beitrag zu Diskriminierungsstudie offline

vor 4 Monaten

Tagesschau nimmt Beitrag zu Diskriminierungsstudie offline
Bildquelle: Tichys Einblick

Wie die FAZ berichtet, hat die Tagesschau einen Beitrag zu einer Studie über Diskriminierung nach Kritik und Rückfragen aus dem Netz genommen beziehungsweise offline gestellt. Die ARD räumte einen Fehler ein, ergänzte einen Transparenzhinweis und vermerkte die Korrektur auf ihrer Korrekturseite. Der Vorgang ist unerquicklich genug. Er zeigt, wie schnell aus einer komplexen Untersuchung im gebührenfinanzierten Nachrichtenbetrieb eine zugespitzte Botschaft wird, die der Vorlage nicht mehr in jeder Hinsicht standhält.

Im Zentrum steht ein Tagesschau-Beitrag vom 10. März zur Studie „Wie Deutschland Diskriminierung erlebt“. Schon die Anlage des Falls ist unerquicklich. Denn es geht nicht um eine bloße Geschmacksfrage der Zuspitzung, sondern um einen nachweisbaren Fehler bei einer zentralen Zahl und um weitere Punkte, bei denen Kontext und Genauigkeit erkennbar zu kurz kamen. Gerade bei einem politisch und gesellschaftlich so aufgeladenen Thema wie Diskriminierung müsste die Sorgfalt besonders hoch sein.

Am deutlichsten ist der Fehler bei der Beschwerdequote. In der Sendung wurde berichtet, 44 Prozent der Betroffenen hätten die Möglichkeit genutzt, offiziell Beschwerde einzulegen. Diese Zahl wurde in einer Grafik prominent herausgestellt. Tatsächlich waren es laut der Darstellung im Ausgangstext 8,1 Prozent, die offiziell Beschwerde eingelegt hatten. Die ARD hat diesen Fehler eingeräumt. Schon dieser Vorgang ist unerquicklich genug, denn der Unterschied ist sehr erheblich. Er verändert die Wirkung der Aussage deutlich. Aus einer deutlich kleineren Zahl formeller Beschwerden wird in der Fernsehwirkung eine weit größere Dimension.

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