Bei seinem jüngsten Treffen mit dem neuen südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung in Washington kündigte US-Präsident Trump an, dass er sich noch in diesem Jahr mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un treffen möchte, um eine Friedensvereinbarung zwischen Nord- und Südkorea voranzutreiben. Trump hatte vor dem Treffen mit Lee sein gutes Verhältnis zu Kim hervorgehoben. Viele Leute würden es als „schrecklich“ bewerten, dass er „sehr gute Beziehungen“ zu dem nordkoreanischen Diktator habe, sagte der US-Präsident im Weißen Haus. Er selbst halte es aber für gut, dass seine Beziehung zu Kim gut sei.
Bislang konzentrierte Präsident Trump seine diplomatischen Bemühungen auf die Ukraine, den Nahen Osten und weitere Regionen der Welt. Doch Nordkorea ist eine Angelegenheit aus seiner ersten Amtszeit, die noch nicht erledigt ist. Trump und Kim hatten sich während Trumps erster Amtszeit drei Mal getroffen. Das erste Gipfeltreffen im Sommer 2018 in Singapur war die erste Begegnung der Staatschefs der USA und Nordkoreas überhaupt. Das Folgetreffen in Hanoi im darauffolgenden Frühjahr scheiterte jedoch. Ein letztes Treffen in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea lieferte zwar eindrucksvolle Bilder, brachte aber keine nennenswerten Fortschritte. Ein nach Südkorea übergelaufener nordkoreanischer Diplomat sagte kürzlich der britischen Wochenzeitung The Economist, einer der hochrangigen Beamten, die die Gespräche damals organisiert hatten, sei inhaftiert und ein anderer hingerichtet worden sei.
Warum scheiterte der Gipfel in Hanoi? Die beiden Staatschefs hatten völlig unterschiedliche Erwartungen. Kim bot die Schließung seiner wichtigsten Anlage zur Entwicklung von Atomwaffen in Yongbyon im Austausch gegen eine Lockerung der Sanktionen an, doch Trump bestand auf einer vollständigen Abrüstung. Beide Männer glaubten, ihre Differenzen allein durch ihre Persönlichkeit beilegen zu können, und verzichteten auf Vorbereitungen auf Arbeitsebene.
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