Ende März und Anfang April wäre es eigentlich das große Thema für die deutsche Presse gewesen. Aber Berichte über die Planung wesentlicher Teile des Ukrainekriegs von Wiesbaden aus erhielten kaum die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührte. Am 30. März veröffentlichte die New York Times die Recherche, die zeigte, wie die Biden-Administration direkt in die Operationen der ukrainischen Kräfte hineingewirkt hat, und zwar im Rahmen der neugebildeten Task Force Dragon, die wiederum in der Wiesbadener Clay-Kaserne (dem Hauptquartier der US-Armee für Europa und Afrika) tagte.
Das begann schon Ende März 2022, kurz nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Es war ein Bericht, der bestätigte, was Donald Trump und seine Berater zuvor wie danach immer wieder öffentlich festgehalten haben: Dass es sich in der Ukraine um einen Stellvertreterkrieg handelt, in den ebenso Russland wie die USA verwickelt waren. Einen Krieg, den Trump nun beenden will, wofür er nicht immer Lobeshymnen erhielt.
In der NY Times lesen sich die Enthüllungen vom März so: „Fast drei Jahre vor Trumps Rückkehr an die Macht waren die Vereinigten Staaten und die Ukraine in einer außergewöhnlichen Partnerschaft im Hinblick auf geheimdienstliche Aufklärung, Strategie, Planung und Technologie verbunden, deren Entwicklung und innere Vorgänge nur einem kleinen Kreis von amerikanischen und verbündeten Offiziellen bekannt waren.“ Die USA steckten über die Jahre 66,5 Milliarden US-Dollar in diesen Krieg, wie das Pentagon jüngst offengelegt hat. Aber die eigentliche Kriegsbeteiligung geschah andernorts – in Wiesbaden, auf deutschem Boden. Diese Tatsache hat die AfD-Bundestagsfraktion in einer sogenannten „Kleinen Anfrage“ an die Bundesregierung (mit allerdings 52 Unterfragen) aufgegriffen.
Im Rahmen der Beratung der ukrainischen Kräfte durch US-Offzielle, die auch der ehemalige ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj bestätigt hat, wurden Zielkoordinaten aus US-amerikanischer Aufklärung an die Ukrainer weitergegeben, wenn auch nur unter dem Titel „points of interest“ (interessante Punkte). Bedrohungen aus der Luft erhielten den Namen „tracks of interest“ (Spuren von Bedeutung). So vermied man es, Zielmarken als solche zu benennen, was dazu führt, dass man solches im Nachhinein ohne weiteres abstreiten konnte – obwohl es geschehen ist. Durch Aufklärungsweitergabe konnte etwa das russische Flaggschiff „Moskwa“ von der ukrainischen Marine versenkt werden.
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