Sportschütze gerät ins Visier des Verfassungsschutzes – weil er beim falschen Lieferanten Kaffee bestellte und davon Bilder postete

vor 6 Monaten

Sportschütze gerät ins Visier des Verfassungsschutzes – weil er beim falschen Lieferanten Kaffee bestellte und davon Bilder postete
Bildquelle: NiUS

Es ist ein irrer Fall, der eindrücklich zeigt, wie schnell man inzwischen als unbescholtener Bürger in den Fokus des Verfassungsschutzes geraten kann: Der Focus berichtet über einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten und Sportschützen, der bei einem Online-Vertreiber Kaffee bestellte – und deshalb nun unter Rechtsextremismus-Verdacht steht und seine Waffen wegsperren musste.

Der Mann, den Focus online aus Anonymisierungsgründen „Herwig Schmidt“ nennt, kaufte demnach mehrere Päckchen Kaffee bei einem Online-Händler mit dem Namen „Black Ops Coffee“, die sich laut Schmidt an „Mitglieder der Blaulichtfamilie“ richtet. Der ehemalige Bundeswehrsoldat war überzeugt: Durch den Kauf des Kaffees unterstützte er soziale Zwecke. „Es hieß, dass aus den Erlösen auch Traumatherapien für verletzte Soldaten und Polizisten unterstützt würden“, so Schmidt zu Focus online. Er habe nichts Schlimmes geahnt, denn bei der Firma hätten auch Leute vom Ordnungsamt und sogar der GSG 9 eingekauft.

Schmidt schildert, wie er ins Visier des Geheimdienstes geriet: „Ich habe drei Päckchen Kaffee gekauft, dazu gab es eine Tasse. Davon habe ich ein Foto mit den Worten ‚Danke für die Tasse!‘ gepostet.“ Dies sei als „Unterstützung einer rechtsextremistischen Organisation“ gewertet worden, da der hessische Verfassungsschutz „Black Ops Coffee“ verdächtigt, eine Nachfolgeorganisation des aufgelösten, rechtsextremen Militärnetzwerkes „Uniter“ zu sein.

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