Publix, das verrückte Steuerhaus für „gemeinnützigen Journalismus“ in Berlin-Neukölln, lud am vergangenen Wochenende zum Tag der offenen Tür. Sozialarbeiterinnen mit türkisen Haaren erzählten von der „Migrationskultur“, linke Damen in sackigen Sommerkleidern philosophierten über die Kriminalität in Neukölln und sogar ein Spiel wurde veranstaltet, in dem Zeitungen auf ihre Glaubwürdigkeit hin bewerten werden sollten. NIUS schaute sich vor Ort um – ein Ort, in dem über 20 Millionen Euro Steuergelder stecken.
Es war ein ziemlich heißer Sonntag. Hätte ich tags zuvor Tagesschau gesehen, wäre ich vermutlich wegen der prognostizierten Hitze zu Hause geblieben oder hätte mich auf die noch größere, noch bevorstehende Hitzewelle vorbereitet. Ich wollte eigentlich baden gehen, aber ein innerer Drang ließ mich in meinen neuen Paar Gants aus der Herrenschuhabteilung von Galeria Kaufhof nach Berlin-Neukölln fahren. Ich wusste ja auch nicht, was mich erwartet.
Das Medium Correctiv hatte für den Tag der offenen Tür ein „Faktenforum“ angekündigt, in der „Schillerwerkstatt“ sollte man ein „Demokratie-Magazin“ basteln können und es war ein Workshop mit dem Titel „Mit Politik spielen“ geplant.
Schon auf dem Balkon war es angenehm warm.
Die überaus nette Frau Gröger von der Presseabteilung von Publix erkannte mich schon, als ich das Haus noch nicht einmal betreten hatte. „Frau Gröger“, rief ich, aber sie winkte ab. Trotzdem sollten wir uns den restlichen Tag nicht mehr aus den Augen verlieren.
Ich kam etwas zu spät für das Podium „Begegnung und Zusammenhalt in Deutschland und Neukölln“ und nahm zwischen Wänden aus Sichtbeton auf einem der runden Holzschemel an einem der runden Holztische der Kantine Platz – ein Mobiliar, das wegen seiner einfachen Formen und knalligen Farben aussieht, als hätten Kinder es entworfen.
30 Organisationen sind insgesamt etwa im Publix-Haus anässig. Alle sind – im weitesten Sinne – im Bereich des „gemeinnützigen Journalismus“ tätig, den es natürlich überhaupt nicht gibt. Den Begriff haben sich Personen wie der Correctiv-Chef David Schraven lediglich ausgedacht, um leichter an Spenden und Steuergelder für ihre Projekte zu gelangen. Correctiv ist wohl auch das bekannteste Medium im Haus.
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