Angesichts des Iran-Kriegs und der Schließung der Straße von Hormus, die weltweit für einen Anstieg der Energiepreise sorgten, haben große Wirtschaftsinstitute ihre Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland in diesem Jahr nach unten korrigiert. Dabei wird jedoch häufig übersehen, dass die heimische Wirtschaft bereits vor dem Iran-Konflikt unter erheblichem Druck stand.
Am Montag wurde bekannt, dass der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) für 2026 nicht mehr von einem Wachstum der Industrieproduktion ausgeht. Zuvor hatte der Industrieverband – auf Basis der Prognose vom Januar – noch mit einer „leichten Verbesserung“ von rund einem Prozent gerechnet. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Nahost-Konflikts sieht BDI-Präsident Peter Leibinger sogar das Risiko eines erneuten Produktionsrückgangs im verarbeitenden Gewerbe.
Bereits wenige Tage nach Beginn des Konflikts hatte das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung seine Konjunkturprognose nach unten angepasst. Die Ökonomen erwarten für 2026 nun nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,9 Prozent und für 2027 von 1,2 Prozent. Im Vergleich zur Dezember-Prognose entspricht dies einer Korrektur um 0,1 beziehungsweise 0,2 Prozentpunkte.
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