Wer hinter der Ideologie vom Berliner Brandanschlag steckt – und wie die Linksextremisten mit Steuergeldern finanziert werden

vor 6 Monaten

Wer hinter der Ideologie vom Berliner Brandanschlag steckt – und wie die Linksextremisten mit Steuergeldern finanziert werden
Bildquelle: NiUS

Neun Tage sind seit dem verheerenden Anschlag auf ein Kabelwerk in Berlin-Lichterfelde vergangen. Der Brand in einem Kabelhaus schnitt mehr als 130.000 Menschen in der Hauptstadt für 101 Stunden vom Strom ab. Wer hinter der Sabotage steckt, ist nach wie vor ungeklärt. Nach Informationen von NIUS tappen die Ermittler im Dunkeln, wohl auch, weil am Tatort forensische Spuren fehlen. Die „Vulkangruppe“, die sich zu dem Brandanschlag bekannte, agiert zudem konspirativ und professionell, heißt es von Seiten der Ermittler. Doch erstmals hat NIUS eine Spur aufgespürt, die zu Aktivisten führt, deren Gedankengut und Weltbilder denen der Berliner Täter in erschreckender Weise ähneln – und die weitere Anschläge planen.

Am Samstagabend ist es in Basel auf vier Grad Außentemperatur abgekühlt, in einem Hinterhof im Stadtteil Klybeck weht ein kalter Wind. Im Halbdunkel einer unscheinbaren Tür, die in das Hinterhaus des „neuen kinos“ führt, versammeln sich Gestalten in schwarzer Kleidung, Turnschuhen und Kapuzenpullis. An dem Abend soll um „Big Tech goes MAGA – eine faschistische Allianz“ gehen, so kündigt ein linker Blog den Abend an. Das Çapulcu-Kollektiv, eine Anarchisten-Gruppierung aus Deutschland, ist dafür extra in die Schweiz angereist. In Basel werden die Aktivisten stundenlang erörtern, weshalb Techgiganten ein gesellschaftliches Übel darstellen – und wie man sie mittels Anschlägen schwächen könnte.

Schauplatz eines anarchistischen Vernetzungstreffens: Das „neue kino“ in Basel.

Was die Teilnehmer nicht wissen: Auch NIUS hat sich unter die Teilnehmer gemischt. Die Recherche in der autonomen Szene bietet Einblick in die Gedankenwelt von radikalen Technologiefeinden, die sich abschotten, vernetzen, Terroranschläge auf kritische Infrastruktur planen, und: die nachweisbar Verbindungen zur „Vulkangruppe“ aufweisen, die jüngst einen Terroranschlag auf die Strom-Infrastruktur den Berliner Südwestens verübte.

Etwa dreißig Personen finden sich an dem Abend in Basel ein, darunter Linksradikale aus der Region. Die Stimmung ist gedämpft und geheimniskrämerisch. Auf einem Tisch liegen Hefte aus: „Tails“, „Disrupt“ und „Disconnect“, aber auch andere Publikationen, die ins Auge fallen. Ein Heft trägt den Titel „Wie verwische ich meine DNA-Spuren?“, mit expliziten Tipps zur „Vermeidung“ und „Entfernung“ von DNA an Tatorten, etwa durch Chemikalien wie Natriumhypochlorit. Ein anderes Heft zeigt einen Strommast auf dem Cover, der Titel lautet: „Erhobenen Hauptes. Flammenden Herzens“. Es handelt sich um eine Sammlung von Texten der linksextremen Plattform Indymedia, wo sich Radikale regelmäßig zu Anschlägen bekennen.

Bei Çapulcu in Basel wird gelehrt, wie man DNA an Tatorten vernichten könne: Auch die Vulkangruppe hinterließ keine forensischen Spuren.

Handreichung zu linksextremen Aktivismus: Die Broschüren von Basel.

Im Zentrum der Veranstaltung steht ein Mann namens Guido Arnold. Der Mann gilt als zentrale Figur des Çapulcu-Kollektivs, das an diesem Abend im „neuen kino“ gastiert. Arnold referiert neunzig Minuten lang und trägt dieselben Inhalten vor, die seine Gedankenwelt seit Jahren prägen – und die sich auch bei der „Vulkangruppe“ wiederfinden werden: Technik sei intrinsisch feindlich, entwickelt von Figuren wie Elon Musk oder Peter Thiel, die protofaschistische Ideen vertreten. Der hagere Mann mit Funktionsmütze und Nickelbrille warnt vor einer „Schieflage“ in der Tech-Branche, die Faschismus fördere: „In welcher Relation das zu einer faschistischen Bewegung in den USA steht, das würde ich gerne ein bisschen genauer analysieren.“

NIUS liegt ein Transkript der viereinhalbstündigen Veranstaltung vor.

Arnold in einem Selfie-Video aus dem Jahr 2018, die seinen Protest gegen Jeff Bezos und Amazon ankündigt.

Nach dem Vortrag bildet sich ein Stuhlkreis. Über eine Stunde lang dreht sich alles um den Ausstieg aus dem digitalen Leben; „Fridays for Future“ und ähnliche Bewegungen werden als „gescheitert“ abgetan, soziale Meden als gesellschaftliches Gift gebrandmarkt. Viele Gäste gehen. Als nur noch etwa fünfzehn Personen bleiben, rückt der Kreis enger zusammen. Und es wird offensiver: Arnold spricht von „konkreten Angriffspunkten“. Er nennt Institutionen der „Tech-Faschisten“ wie beispielsweise Elon Musk: „Ich würde in den USA gucken: Wo ist denn das Institut, das genau diese Forschung von Elon Musk betreibt? Wo werden Kandidaten für künstliche Gebärmütter durchgetestet? Das wäre für einen physischen Angriff natürlich geradezu ausgezeichnet.“

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