Die Wahlen in den USA werden für ein politisches Beben sorgen, doch nicht nur in den Staaten selbst oder in Deutschland – auch die Verbündeten der sogenannten Weltpolizei – Ukraine und Israel – warten gespannt auf die Wahlergebnisse.
In Israel hofft man größtenteils auf einen Sieg der Republikaner unter Donald Trump. Eine Umfrage des israelischen TV-Senders Channel 12 ergab, dass 66 Prozent der befragten Israelis eine zweite Amtszeit Trumps bevorzugen würden. Nur 17 Prozent hoffen auf eine erste weibliche Präsidentschaft unter Kamala Harris, während weitere 17 Prozent keine Angabe machen wollten.
Times of Israel (ToI) ordnet ein: „Trump setzte während seiner Amtszeit eine Reihe von israelfreundlichen Maßnahmen durch: die Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, die Anerkennung der israelischen Annexion der Golanhöhen und eine härtere Gangart gegenüber dem Iran.“ Sowohl israelische Medien wie ToI, als auch anti-israelische Medien wie Al Jazeera gehen davon aus, dass eine zweite Trump-Präsidentschaft Israel einen größeren Freiraum im Kampf gegen den Islamismus mit seinem Schirmherren, dem Iran, gewähren würde. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Trump pflegten während der ersten Trump-Amtszeit eine gute Beziehung – selbst während Bidens-Amtszeit besuchte Netanjahu Trump in seinem Anwesen in Mar-a-Lago. Trump unterband während seiner Amtsperiode jegliche Befriedung des islamischen Regimes im Iran. Auch wurde der iranische Terrorist Qasem Soleimani ausgeschaltet.
Netanjahu zu Besuch bei Trump im Juli 2024
Zwar geben die Demokraten an, fest an der Seite Israels zu stehen, doch mischen sie sich immer wieder in den Anti-Terror-Kampf der einzigen Demokratie im Nahen Osten ein. So verbot Präsident Biden nach dem letzten Raketenangriff durch das Mullahregime einen direkten israelischen Vergeltungsschlag gegen den Iran. Waffenlieferungen wurden an Bedingungen geknüpft und ein Kriegsende durch Verhandlungen herbeigesehnt. Zusätzlich setzen sich die Demokraten unter Kamala Harris gegen jegliche weiteren territorialen Erweiterungen Israels ein, was speziell unter der breiten rechten Masse in Israel für Ablehnung sorgt.
Während die US-Juden traditionell eher zu den Demokraten tendierten, scheint diese Dynamik zu kippen. Die Nahostpolitik und die Nähe einiger Demokraten zu den islamistischen und linksextremen Demonstranten auf den Straßen und Universitäten der Staaten verwandeln immer mehr jüdische US-Wähler in Republikaner. Die Jerusalem Post berichtet: „Eine (...) veröffentlichte Umfrage des Jewish People Policy Institute ergab, dass 63 % der Juden die Absicht haben, für Harris zu stimmen. Obwohl diese 63 % die geringste Unterstützung für die Demokraten seit vier Jahrzehnten darstellen, erhält Harris immer noch die Mehrheit der jüdischen Unterstützung, denn nur 24 % der amerikanischen Juden planen, für Trump zu stimmen.“ Diese Zahlen ernten Kritik von jüdischen Konservativen, da es ausreicht, sich als Jude zu identifizieren, um in der Umfrage als Jude zu zählen.
Trump am Grab des wichtigsten Denkers der orthodoxen Chabad-Bewegung, Rabbi Menachem Mendel Schneerson, im Oktober 2024.
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