Dem Bären auf dem Berner Stadtwappen soll laut einem Antrag das Geschlechtsteil entfernt werden. Der Grossrats-Mitglied Thomas Brönnimann beruft sich bei seiner Forderung auf die Gleichberechtigung, wie 20min.ch berichtet. Der Grosse Rat ist mit dem Landtag vergleichbar. „Wenn man über Gleichberechtigung spricht, sollte auch das Wappen diskutiert werden.“ Denn mehr Bewohner des Kantons könnten sich mit einem geschlechtslosen Bären indentifizieren als mit einem männlichen. Das Wappen sei nicht mehr zeitgemäß.
Außerdem solle die Körperhaltung des Tieres nicht mehr von oben links nach unten rechts gehen, sondern in die umgekehrte Richtung. Der Bär solle von unten links nach oben rechts laufen, „um die Fortschrittlichkeit eines zukunftsgerichteten Kantons besser abzubilden, anstatt rückwärtslaufend dargestellt zu werden“. Brönniman gibt selbst zu, dass der Antrag nur halbernst gemeint ist. „Meine Parteikolleginnen und -kollegen wissen, dass ich mit meinem Vorstoss die Politik etwas auf die Schippe nehme. Es soll zum Schmunzeln anregen.“
Trotzdem soll die Kritik am Wappen auch eine Grundsatzdiskussion über Gleichberechtigung ermöglichen. Die von ihm geforderten Änderungen würden kaum Kosten verursachen. Doch andere Politiker sind von dem scherzhaften Antrag wenig amüsiert. Thomas Fuchs von der Schweizer Volkspartei sagt gegenüber 20min.ch: „Einmal mehr ein ärgerlicher Vorstoß, welcher die Politik lächerlich macht.“ Für seinen Kollegen findet er deutliche Worte: „Offenbar ist Grossrat Brönnimann unterbeschäftigt.“
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