Die Weltgesundheitsorganisation treibt mit dem Segen der Bundesregierung neue Machtinstrumente voran – während ihr Chef aus einem autoritären System stammt, ihre Finanzierung von privaten Interessen abhängt und der Bundestag die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) nahezu geräuschlos durchwinkt.
Im Mai letzten Jahres brach der einstige Pandemie-Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf X in Jubel aus:
„Nach Jahren der Verhandlung wird das @WHO Pandemic Agreement in Genf verabschiedet. Ein riesiger Erfolg @DrTedros, auch Deutschland hat den Vertrag immer aktiv unterstützt. Bei der nächsten Pandemie, die zu 100 % kommt, wird sich der Wert des Abkommens zeigen. Das Gute hat gesiegt.“
Das Gute? Dass Lauterbach mit Tedros Adhanom Ghebreyesus so gut kann, verwundert nicht: Er verkörpert denselben technokratischen Geist. Um den Charakter der heutigen WHO zu verstehen, lohnt es sich, den Werdegang ihres Chefs nachzuzeichnen.
Der Chef der WHO begann seinen politischen Aufstieg in Äthiopien innerhalb der Machtstrukturen der Ethiopian People’s Revolutionary Democratic Front (EPRDF), die das Land von 1991 bis 2019 regierte. Dominant war dabei über Jahrzehnte die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die in internationalen Datenbanken wie der Global Terrorism Database als Terrororganisation geführt wird.
Bewaffnete Mitglieder der „Revolutionären Demokratischen Front des Äthiopischen Volkes“ (EPRDF) fahren im Mai 1991 auf erbeuteten Panzern durch die Straßen der Hauptstadt Addis Abeba.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











