Wie die baden-württembergische Wahlrechtsreform den Grünen den Wahlsieg sicherte

vor 4 Monaten

Wie die baden-württembergische Wahlrechtsreform den Grünen den Wahlsieg sicherte
Bildquelle: Apollo News

Trotz eines Gleichstands bei den Sitzen im Landtag gilt die Partei von Cem Özdemir und Winfried Kretschmann als Wahlsieger über die CDU und Manuel Hagel. Denn die Grünen haben 27.000 Zweitstimmen mehr erhalten als die Union. 0,5 Prozentpunkte trennen beide Parteien im Endergebnis. Doch nach den Erststimmen liegt die Union klar vorn: Mit 34,3 Prozent hat die CDU einen Vorsprung von fast neun Prozentpunkten vor den Grünen mit 25,5 Prozent. Damit verdanken die Grünen ihren Sieg maßgeblich dem neuen, von der grün-schwarzen Koalition forcierten Wahlrecht in Baden-Württemberg.

Denn das Konzept „Zweitstimme“ ist in Baden-Württemberg noch ganz neu. Bis 2021 gab es bei Landtagswahlen dort nur eine Stimme, mit der sowohl ein Kandidat als auch eine Partei gewählt wurde. Nicht einmal Parteilisten gab es: Um das Verhältnis der Parteien im Landtag nach ihrem Stimmenergebnis abzubilden, erhielten die besten Wahlkreisverlierer Sitze zugeteilt.

Bei der Landtagswahl 2021 waren gleich zwei CDU-Spitzenleute am Parlamentseinzug gescheitert: Sowohl Landeschef Thomas Strobl als auch Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann waren nicht einmal unter den besten Verlierern ihrer Partei. Daher pochte die Union plötzlich auf eine Änderung des Wahlrechts, das sie jahrelang verteidigt hatte.

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