Es klingt wie der „ganz normale“ Versorgungsklüngel zwischen Politik und staatsnaher Wirtschaft und ist doch viel mehr als ein Sittengemälde deutscher Filzwirtschaft ...
Der frühere Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ist seit September Aufsichtsratschef der Stahlkonzerne Dillinger Hütte und Saarstahl. Ein Wechsel, der medial nicht einmal in der Lokalpresse des Saarlandes für Wirbel sorgte und auf Bundesebene so gut wie gar nicht zur Kenntnis genommen wurde. Dabei ist die Personalie in Wahrheit eine gut dotierte Wegmarke für den Niedergang der deutschen Wirtschaft. Denn die Maas-Mission hat ein klares Ziel: deutscher Stahl soll grün, teuer und milliardenschwer subventioniert bleiben. Dafür soll die deutsche Wirtschaft die Zeche zahlen. Ein Musterbeispiel für Klüngel, Krisen und Karrieren in Deutschland!
Als die FAZ dieser Tage bei den betreffenden Firmen nachfragte, hieß es, Maas solle den Weg in die grüne Zukunft konsequent weiterführen, „die Weichen für eine nachhaltige industrielle Zukunft der Region“ stellen. Dass der ehemalige Außen- und vormalige Saar-Wirtschaftsminister jetzt seinen ehemaligen Büroleiter Stefan Rauber kontrolliert, der die beiden Stahlkonzerne seit 2023 als Vorstandschef führt, ist dabei fast schon ein Randaspekt. Rauber war auch schon Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion. Auch Maas’ Vorgänger war Sozialdemokrat und ehedem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium in Saarbrücken. Man kennt sich. Man hilft sich. Das Saarland halt.
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