Drei Söhne, ein Vater, ein Imperium aus Luft und ein Avatar: Wie die Weimer-Jungs schon als Teenager lernten, aus sechs Millionen nicht existierenden Büchern, gelöschten Artikeln und einem Kinderhilfe-Pfarrer am Tegernsee eine Karriere zu bauen – und warum jetzt selbst Axel Springer, die Konrad-Adenauer-Stiftung und die bayerische Staatskanzlei plötzlich sehr leise werden. Die Familie, die sich nahm, was ihr nicht gehörte – und dafür geliebt, gefeiert und gefördert wurde. Bis jetzt.
Eine wichtige journalistische Regel besagt, dass die Familie einer Person, die im Fokus einer investigativen Recherche steht, zu schützen ist, wo sie ohne eigenes Zutun in den Blickwinkel der Presse gerät. Der Pressekodex ist hier eindeutig, der ethische Kompass sowieso.
Die Söhne Wolfram Weimers werden im Folgenden nicht wegen ihres Privatlebens, sondern ausschließlich wegen ihrer selbst dokumentierten Rollen und Funktionen innerhalb der Weimer Media Group und ihrer öffentlichen Auftritte beleuchtet – genau wie dies bei jedem anderen Geschäftsführer, Redakteur oder Kooperationspartner geschehen würde.
In der Affäre Wolfram Weimer grenzte eine Nichtberichterstattung seine Familie betreffend an eine Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht. Denn die Weimer Media Group, die nach Recherchen von Alexander-Wallasch.de seit über einem Monat im medialen Fokus steht, ist ein Familienunternehmen, einer der Söhne arbeitet nach wie vor bei der Weimer Media Group.
Die vielfältig vernetzten Tätigkeiten der Ehefrau und der Söhne Weimers sind unmittelbar mit der Affäre Weimer rund um Weimers Fake-Imperium verwoben. Darauf hinzuweisen und das Organigramm dieses Familienbetriebs zu beleuchten, erhellt wesentliche Aspekte der Weimer-Affäre.
Wolfram Weimers Söhne Wolf-Christian, Wim und Valentin sind zwischen 25 und 35 Jahre alt. Auch die Weimer-Jungs werden beim Schummelportal „TheEuropean“ – eines der 16 „Produkte“ der Weimer Media Group – als Autoren geführt.
Besonderheit hier: Alle drei Söhne sind wissentlich „Autoren“ und teilen damit nicht das Schicksal hunderter weiterer „Autoren“ dieser journalistischen Resterampe, die nichts davon wussten. Wie zuletzt die Unterlassungserklärung der Weimer Media Group gegenüber Plagiatsjäger Stefan Weber dokumentierte.
Wer ist Valentin Weimer? Sohn Nummer 1 ist kurz vor der Ernennung seines Vaters zum Kulturstaatsminister und nach einem Kurzauftritt Valentins als Politredakteur „Chief of Staff“ beim Axel-Springer-Verlag geworden.
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