Gold als Investment hat in den letzten drei Jahren die meisten anderen Asset-Klassen weit hinter sich gelassen. Wer Anfang Januar 2023 einen Kilobarren Gold für 55.100 Euro erwarb, hält heute – Stand 31. Januar 2026 – einen Wert von 132.715 Euro in Händen. Das entspricht einem Anstieg um 141 Prozent. Übertroffen wurde Gold in diesem Zeitraum nur von Bitcoin (plus 404 Prozent) und Silber (plus 256 Prozent), während traditionelle Anlagen deutlich abgeschlagen waren: Der DAX gewann 76 Prozent hinzu, der bei ETF-Anlegern beliebte MSCI World 73 Prozent.
Jetzt im Januar 2026 hat die Unze Gold (31,1 Gramm) erstmals die Marke von 5.000 US-Dollar überschritten – am 26. Januar wurde ein Höchststand von 5.110,50 Dollar erreicht. So viel war Gold noch nie wert.
Was ist der Grund für diesen rasanten Anstieg des Edelmetalls, den auch viele seriöse Banken und Analysten so nicht erwartet hatten? Eine Analyse zeigt, dass eine Mischung aus finanzpolitischen Entscheidungen der großen Zentralbanken (hauptsächlich der US-Notenbank Fed), geopolitischen Krisen, der weltweit steigenden Staatsverschuldung und der Angst vor massiver Inflation am Werk war. In Summe sind neun Faktoren für den rasanten Anstieg des Goldpreises verantwortlich. Hier sind sie:
Seit Jahren schon ist die Nachfrage nach Gold höher als das Angebot. Die Daten der Jahre 2010 bis 2025 zeigen ein klares Muster: Während die weltweite Nachfrage über diesen Zeitraum spürbar gewachsen ist, blieb das Angebot konstant. Die globale Minenproduktion stieg zwischen 2010 und 2018 zwar moderat an, verharrt seitdem aber auf einem Plateau von etwa 3.600 bis 3.700 Tonnen jährlich – obwohl die Preise deutlich gestiegen sind.
Demgegenüber entwickelte sich die Nachfrageseite deutlich dynamischer. Die weltweite Goldnachfrage lag 2010 noch bei gut 4.300 Tonnen, erreichte in den Folgejahren jedoch wiederholt Werte von deutlich über 4.500 Tonnen und stieg bis 2025 auf 5.000 Tonnen im Jahr an. Besonders auffällig ist dabei die Veränderung der Nachfragestruktur: Während die Nachfrage von Goldschmieden und aus der Industrie über den gesamten Zeitraum stabil blieb, gewann die Investmentnachfrage zunehmend an Gewicht. Ab 2020 kam mit massiven Käufen großer Zentralbanken ein zusätzlicher Nachfrageblock hinzu. Zwischen 2022 und 2024 kauften Zentralbanken jährlich jeweils rund 1.000 Tonnen Gold, 2025 waren es 863 Tonnen – das ist ein sattes Viertel der jährlichen Minenproduktion.
Über den gesamten Zeitraum 2010 bis 2025 lässt sich damit ein eindeutiger Trend erkennen: Das Angebot wächst trotz stetig steigender Preise nicht mehr, während die Nachfrage konstant größer geworden ist. Diese Lücke zwischen stagnierendem Angebot und steigender Nachfrage erklärt, warum der Goldpreisanstieg der Jahre 2023 bis 2026 kein spekulativer Ausreißer ist, sondern das Ergebnis eines über viele Jahre aufgebauten Ungleichgewichts. Gold verteuert sich nicht, weil kurzfristig Panik herrscht, sondern weil das Metall in einem Markt mit begrenztem Angebot auf immer mehr und immer größere Nachfrager trifft.
Die Hausse bei den Goldpreisen hat jede Menge Trittbrettfahrer angezogen, die im letzten Moment auf den Goldwagen aufgesprungen sind. Das fiel ihnen umso leichter, weil sie jetzt nicht mehr wie früher Krügerrand-Münzen oder gleich ganze Barren kaufen und diese dann in einem Depot (oder gar einem Schließfach) umständlich aufbewahren lassen mussten, sondern komfortabel in ETFs (börsengehandelte Fonds) investieren konnten, die zu 100 Prozent durch echte Goldbarren im Tresor eines Treuhänders besichert sind.
2025 flossen weltweit 82,1 Milliarden Euro in diese physisch hinterlegten Gold-ETFs, ein historischer Rekordwert und ein Vielfaches der Vorjahre. Parallel dazu mussten die physischen Goldbestände bei den ETF-Treuhändern nun erheblich ansteigen: Die globalen Gold-ETFs hielten zeitweise mehr als 4.000 Tonnen Gold – ein historisches Niveau. Da Gold-ETFs das Metall physisch hinterlegen, zwingen hohe Kapitalzuflüsse die Fonds zum Kauf realen Goldes zur Deckung neuer Anteile. Diese Käufe entziehen dem Markt unmittelbar physisches Angebot. Da die Fördermenge nicht parallel anstieg – sie lag 2025 bei 3.672 Tonnen –, mussten die Preise unabdingbar steigen.
DEUTSCHLAND: Klingbeil präsentiert Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 & Finanzplan bis 2030











