Das wohl Faszinierendste an Friedrich Merz' Kanzlerschaft ist seine Angewohnheit, jedes noch so plumpe Klischee über sich selbst in brillante Bildsprache zu übersetzen. Wenn ganz Deutschland sagt, er erscheine wie Stromberg, lässt er auf spektakulär umständliche Weise eine Torte vom Pappteller fallen. Wenn ihm autoritäres Gebaren unterstellt wird, posiert er mit Regenten-Geste neben dem indischen Premierminister auf einem blumengeschmückten Wagen. Und wenn ihm Kritiker vorwerfen, er sei der fleißigste SPD-Politiker, dann spricht er vor einem Namensschild mit dem Aufdruck „Friedrich Merz, SPD-Fraktion im Bundestag“ – und lässt sich von den Genossen einen Schal mit der SPD-Parole „Zusammen ist unsere Stärke“ schenken.
Merz, Miersch und der SPD-Merch.
Kanzler von Gnaden der SPD.
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