Wirtschaftskrise als Klimaschutz-Strategie: Wie Deutschland seine Klimaziele auf den Trümmern der Industrie erreicht

vor mehr als 1 Jahr

Wirtschaftskrise als Klimaschutz-Strategie: Wie Deutschland seine Klimaziele auf den Trümmern der Industrie erreicht
Bildquelle: NiUS

Klimaschützer feiern, dass Deutschland seine selbstgesteckten Klimaziele erreicht. Dabei ist diese Bilanz mit einer mittlerweile drei Jahre langen Rezession in der deutschen Wirtschaft erkauft. Und die Zahlen sehen auch nur deshalb so „gut“ aus, weil Stromimporte aus dem Ausland nicht mit einberechnet werden. Die grüne Energiewende liefert also frisierte Ergebnisse, verteuert das Leben der Menschen in Deutschland und ruiniert die Wirtschaft. Dazu kommen noch weitere Kosten aus dem Emissionshandel, der für eine riesige Umverteilung genutzt wird, die völlig überflüssig ist. Das spüren die Menschen in Deutschland und lehnen diese Klima- und Energiepolitik mit überwältigender Mehrheit ab.

Deutschland hat laut Berechnungen der Klimaschutz-NGO Agora Energiewende im vergangenen Jahr sein nationales Klimaziel erreicht, jedoch die europäischen Vorgaben verfehlt. Die Bundesrepublik emittierte demnach 656 Millionen Tonnen CO2. Das sind 36 Millionen Tonnen weniger, als das Klimaschutzgesetz fordert. Dies entspricht einem Rückgang der Emissionen um knapp drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr und etwa 48 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zur Wiedervereinigung. Die Emissionen sind somit das dritte Jahr in Folge gesunken und erreichten ein Niveau, das zuletzt in den 1950er Jahren registriert wurde. Der Ausstoß von „Klimagasen“ ist also so gering wie kurz nach dem Zweiten Weltkrieg – obwohl die Wirtschaft in der Zeit enorm gewachsen ist. Eigentlich ist das ein geradezu unglaublicher Erfolg.

Doch „Klima-Aktivisten“ und grünen Politikern reicht das noch lange nicht. Deutschland strebt an, seinen Treibhausgas-Ausstoß bis 2030 um 65 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren und bis 2045 klimaneutral zu sein. Europäische Vorgaben verlangen hingegen eine Reduktion der Emissionen um die Hälfte bis 2030. Das Vergleichsjahr ist hier allerdings 2005, als die Emissionen schon relativ niedrig waren. Die EU stellt also deutlich härtere Forderungen. Laut Agora Energiewende verfehlte Deutschland dieses EU-Ziel um zwölf Millionen Tonnen CO2.

Photovoltaik Anlage am Baggersee Doemkes in Neukirchen

Den Rückgang der Emissionen verdankt Deutschland fast ausschließlich dem Energiesektor, insbesondere durch den Ausbau erneuerbarer Energien. Nach Angaben des Bundesverbands Solarwirtschaft wurden im vergangenen Jahr rund eine Million neue Photovoltaik-Anlagen installiert. Das sind so viele wie nie. Obwohl der Ausbau der Windkraft sowohl an Land als auch auf See hinter den Zielen der Bundesregierung zurückblieb, wurde auch dieser Bereich weiter ausgebaut. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung stieg laut Bundesnetzagentur dadurch auf 59 Prozent. Das ist allerdings ein Durchschnittswert. Mal liegt der Anteil an Strom und Wind und Sonne bei 100 Prozent oder sogar höher, so dass erzeugter Strom verschwendet wird (aber trotzdem bezahlt werden muss). Mal liegt der Anteil bei null Prozent, weil kein Wind weht und keine Sonne scheint. Das kann nur niemand genau voraussagen oder planen …

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Gleichzeitig ging die Stromerzeugung aus Kohle um 16 Prozent zurück, was bei gleichbleibendem Stromverbrauch zu einem Rückgang der Treibhausgasemissionen um neun Prozent führte. Zusätzlich trug ein verstärkter Import von Strom zur Reduktion bei. Weil dieser Strom nicht in Deutschland produziert wird, geht er auch nicht in die „deutsche Klimabilanz“ mit ein. Etwa die Hälfte des importierten Stroms stammte aus erneuerbaren Energien, hauptsächlich aus Dänemark, während ein Viertel durch Atomkraft aus Frankreich erzeugt wurde. Strom wird in Deutschland importiert, wenn er im Ausland günstiger produziert werden kann. Unter Berücksichtigung des Exports deutscher Elektrizität in Nachbarländer lag der Importsaldo 2024 bei etwa sieben Prozent des heimischen Verbrauchs.

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