Seit zwei Jahren ist Argentiniens Präsident Javier Milei nun im Amt. Es ist ein wirtschaftspolitisch hochspannendes Experiment. Der Mann aus Buenos Aires, hierzulande berühmt-berüchtigt geworden durch sein martialisches Bild mit der Kettensäge, führt ein libertäres Experiment am lebenden Körper durch.
Milei setzt in die Tat um, was er jahrelang im Wahlkampf und in seinen politischen Vorarbeiten immer wieder ins Feld geführt hat: Der überdehnte Staatssektor mit seiner ausufernden Bürokratie extrahiert die Substanz der Privatwirtschaft, der Sozialismus ist für ihn eine Art gesellschaftliche Erkrankung. Blickt man auf den europäischen Klimasozialismus, muss dem Mann Recht gegeben werden. Ohne Wenn und Aber.
Milei ließ seinen Worten Taten folgen – ein Politiker, der Wort hält, etwas, das man in der Bundesrepublik unserer Tage wohl eher ins Reich der Märchen verorten würde als im echten Leben. Er schrumpfte den Staatsapparat auf der föderalen Ebene, die er als Präsident kontrollieren kann. Ministerien wurden ersatzlos geschlossen, über 50.000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes entlassen – Milei verordnete einen ruptiven, kurzfristigen, aber notwendigen sozialen Schmerz, um aus der Wachstumsklemme herauszufinden.
Zugleich konsolidierte er den ewigen Pleitehaushalt des Landes, der unter dem peronistischen Regime zu einer Art Selbstbedienungsladen und sozialistischer Giftküche geworden war. Bereits zu Beginn seiner Präsidentschaft erreichte er einen Primärüberschuss, der auch in diesem Jahr bei etwa 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen wird.
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