Deutschland hat von Januar bis September dieses Jahres mehr Personen abgeschoben als noch im Vorjahreszeitraum. Das kann der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag entnommen werden, die der Neuen Osnabrücker Zeitung vorliegt. Demnach fanden in den ersten neun Monaten 17.651 Abschiebungen statt, 2024 waren es noch 14.706. Das entspricht einem Anstieg von gut einem Fünftel.
Wie viele gescheiterte Versuche es gab, wurde nicht berichtet. Das ist deswegen wichtig, weil im gesamten vergangenen Jahr 20.084 Personen abgeschoben worden waren – aber gleichzeitig 33.717 geplante Abschiebungen nicht vollzogen werden konnten, beispielsweise weil die betroffenen Personen nicht anzutreffen oder unpässlich waren.
Hinzu kommt, dass Rückführungen beziehungsweise Abschiebungsflüge in die zwei größten Hauptasylherkunftsländer, Syrien und Afghanistan, nach wie vor fast gar nicht oder nur sehr selten stattfinden. Stattdessen ist die Zahl der in die Türkei – dem mit 31.000 Anträgen in 2024 drittgrößten Asylherkunftsland – gebrachten Personen stark angestiegen. 1.614 waren es bislang – im ganzen letzten Jahr belief sich diese Zahl hingegen auf 1.084.
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