Nur selten schaffen es Fälle wie dieser in die Medien: „Nadia“, wie sie der Trierische Volksfreund nennt, ist Mitte zwanzig, als sie schwanger wird. Es war ihr „Traum“, ein Kind zu bekommen, und sie freut sich darauf, obwohl es nicht geplant war.
Doch ihr Partner macht deutlich: Das Kind oder ich. Er begleitet sie zum Arzt und zur Beratungsstelle, die ihr den Schein ausstellt, den sie braucht, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Am Abend nach der Abtreibung trifft er sich mit Freunden – mit ihrem körperlichen und seelischen Schmerz bleibt die junge Frau allein. Die Beziehung zerbricht: Nadia hat ihren Lebenstraum völlig umsonst zerstört.
Schwangerenberatungsstellen kennen solche Fälle zuhauf. Sie weisen darauf hin, dass „Selbstbestimmung“ im Fall von Konfliktschwangerschaften eine Illusion ist. Schon auf hormoneller Ebene unterliegen Schwangere Veränderungen, die ihre Gefühlslage zum Teil stark beeinflussen. Körperliche und psychische Belastungen, familiärer Druck, Sorgen, finanzielle Nöte, Versagens- und Zukunftsangst: In einer derartigen Situation wird Selbstbestimmung von zahlreichen Faktoren beschränkt und ausgehebelt.
Gegen keinen dieser Faktoren gehen linksextreme und „feministische“ Abtreibungsaktivisten vor. Soziale und gesellschaftliche Gegebenheiten, die Frauen die Freiheit nehmen, ein Kind zu gebären und sie dazu drängen, es abzutreiben, kümmern sie nicht.
Denn es geht ihnen im Grunde nicht um Frauen, sondern um eine These: Die These, dass der Mensch unabhängig, autonom, selbstbestimmt sei. Um sie aufrechtzuerhalten, müssen einschränkende Faktoren geleugnet werden. Wer Hilfe braucht, ist schwach. Aber Frauen sind stark. Deshalb dürfen sie keine Hilfe brauchen. Und daher haben Umstände, die Hilfe notwendig machen, nicht zu existieren.
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