Arbeiterpartei, beliebt unter jungen Wählern und immer mehr Wähler aus Überzeugung: NIUS erklärt das AfD-Ergebnis

vor 4 Monaten

Arbeiterpartei, beliebt unter jungen Wählern und immer mehr Wähler aus Überzeugung: NIUS erklärt das AfD-Ergebnis
Bildquelle: NiUS

Mit exakt 20 Prozent der Stimmen hat die AfD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März 2026 ein historisches Ergebnis erzielt. Die Rechtspartei gewann dabei fast zwölf Prozentpunkte gegenüber dem Ergebnis von 2021. Die Partei wird damit drittstärkste Kraft, weit vor Grünen, Linken und Freien Wählern, und zieht voraussichtlich mit 24 Abgeordneten in den Mainzer Landtag (zuvor: sechs). Was erklärt diesen Sprung? Eine Analyse der Wählerwanderung, der Demografie und der Wähler-Motive zeigt: Die AfD ist keine bloße Protestpartei mehr. Sie hat sich zur festen Heimat von Arbeitern und jungen Menschen entwickelt – getragen von Überzeugung statt bloßer Enttäuschung. SPD und CDU dagegen klammern sich an ihre Machtbasis: die Rentner.

Die Daten von Infratest dimap zeichnen dabei ein eindeutiges Bild: Unter Arbeitern erreichte die AfD 39 Prozent, ein Plus von 21 Prozentpunkten. Damit überholt sie in dieser traditionellen SPD-Klientel alle anderen Parteien. Bei Angestellten kommt sie auf 22 Prozent (+15), bei Selbstständigen auf 18 Prozent (+7). Nur bei Rentnern bleibt sie mit 14 Prozent (+9) schwach. Dies bestätigt eine bundesweite Entwicklung, die sich auch unlängst in Baden-Württemberg gezeigt hatte: Die AfD ist in Rheinland-Pfalz zur Partei der arbeitenden Schichten geworden – ein Etikett, das einst die SPD für sich reklamierte. Die etablierten Parteien haben offenbar den Kontakt zu denen verloren, die täglich mit steigenden Kosten, Bürokratie und Veränderungsdruck kämpfen, und die sie eigentlich repräsentieren wollen.

Noch deutlicher wird der Wandel bei den Motiven. Die AfD-Wähler entscheiden sich zunehmend aus fester Überzeugung. 2016 begründeten nur 29 Prozent ihre Stimme mit Überzeugung, 62 Prozent mit Enttäuschung über die anderen. 2021 waren es schon 40 zu 50 Prozent. 2026 kehrt sich das Verhältnis um: 46 Prozent wählen aus Überzeugung, nur noch 41 Prozent aus Enttäuschung. Die Partei bindet ihre Anhänger ideologisch, die die AfD nicht mehr aus Überdruss wählen, sondern weil sie ihr Problemlösungskompetenzen zuschreiben und ihr politisches Angebot bejahen. Dies dürfte ein verheerendes Signal für die Mitte sein, dass die AfD nicht mehr nur „gegen“ etwas ist, sondern für viele „für“ etwas steht.

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