“Aktiv-Rente” vor dem Aus – Friedrich Merz ist der Al Bundy der Politik

vor 9 Monaten

“Aktiv-Rente” vor dem Aus – Friedrich Merz ist der Al Bundy der Politik
Bildquelle: Tichys Einblick

Als Ed O’Neill für die Rolle des Al Bundy vorsprach, war er nicht die erste Wahl der Produzenten. Sie wollten einen bekannteren Darsteller für die neue Sitcom – und einen, der mehr Spektakel aus der Rolle holt. Doch genau deswegen wollten die Showrunner O’Neill: Er interpretierte die Rolle des Dauerverlierers nicht als die eines aufgeregten HB-Männchens, sondern als die eines gebrochenen Mannes, dessen Schultern in sich zusammenfallen, wenn er nach Hause kommt. Die Showrunner setzten sich durch und O’Neills Darstellung des Schuhverkäufers Al Bundy wurde ikonisch.

Friedrich Merz ist der Al Bundy der Bundespolitik. Ein Verlierer. Das Publikum erwartet gar nicht mehr, dass er erfolgreich handeln könnte – es will nur sehen, wie er verliert. Wobei sich das Gagschema wiederholt: Am Sonntag prahlt der Kanzler im Staatsfernsehen mit der “Aktiv-Rente” und wie seine Regierung damit den Arbeitsmarkt in Deutschland flott machen wird. Ahnendes Raunen im Studiopublikum. Die Zuschauer ahnen schon, was nun kommt. Der Partner SPD spricht sich laut Bild gegen diese Aktiv-Rente aus. Leichte Lacher. Der Kanzler will am Mittwoch mit einem “Koalitions-Gipfel” das Problem lösen – das Studiopublikum bricht in hemmungsloses Lachen aus.

Die Idee hinter der “Aktiv-Rente” lautet: Zwar gibt es in Deutschland eine millionenfache Einwanderung. Doch liefert diese Einwanderung nicht die versprochenen Fachkräfte. Also will der Staat die echten Fachkräfte motivieren, im Job zu bleiben, obwohl ihnen eigentlich nun ihr Ruhestand zustehen würde. In diesem Sinne sollen weiterarbeitende Rentner die ersten 2000 Euro ihres monatlichen Einkommens steuerfrei erhalten.

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