4,3 Prozent Wachstum: Amerika zieht wirtschaftlich davon – und Europa verliert weiter den Anschluss

vor 6 Monaten

4,3 Prozent Wachstum: Amerika zieht wirtschaftlich davon – und Europa verliert weiter den Anschluss
Bildquelle: Apollo News

Laut dem US-Handelsministerium ist die US-Wirtschaft im dritten Quartal unerwartet kräftig gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg demnach aufs Jahr hochgerechnet um 4,3 Prozent. Aufgrund des Shutdowns konnten die Zahlen aus dem Sommerquartal erst jetzt veröffentlicht werden. Damit lag das Wachstum deutlich über der von Volkswirten erwarteten Rate von 3,3 Prozent und auch über dem Wert des Vorquartals von 3,8 Prozent. Dabei handelt es sich um annualisierte Werte. Die Veränderung wird also unabhängig vom betrachteten Zeitraum als Jahresrate ausgewiesen.

Zwar gehen Experten davon aus, dass sich das hohe Wachstumstempo im vierten Quartal abschwächt. Doch für das Gesamtjahr hob die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihre Prognose für die US-Wirtschaft auf 2,0 Prozent an. Noch zur Jahresmitte war man für 2025 deutlich skeptischer, weil das erste Quartal schwach ausfiel und die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent zurückging.

Trotz gegenteiliger Prognosen gelingt es der US-Wirtschaft regelmäßig, die Erwartungen zu übertreffen und stärker zu wachsen als angenommen. Gerade mit Blick auf die von US-Präsident Trump angekündigten Zölle gingen viele europäische Akteure davon aus, dass diese Politik der US-Wirtschaft schaden würde. Der scheidende Bundeskanzler Olaf Scholz sagte im April dazu: „Selbst wenn Europa überhaupt nicht reagieren würde, würde das zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den USA führen“. Auch Manfred Weber, Vorsitzender der EVP, warnte, Trumps Zölle würden „beiden Seiten des Atlantiks“ Schaden zufügen. Doch dies spiegelt sich in den Zahlen bislang nicht wider.

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