In Münster haben die Bürger über die Zukunft mehrerer vermeintlich umstrittener Straßennamen entschieden. Beim Bürgerentscheid stimmten 52,39 Prozent der Teilnehmer für den Erhalt der bisherigen Bezeichnungen. Damit bleiben die Admiral-Spee-, Admiral-Scheer-, Otto-Weddingen-, Langemarck- und Skagerrakstraße der Stadt auch namentlich erhalten. Das Ergebnis ist verbindlich und rechtsgültig und beendet einen fast einjährigen Streit über mögliche Umbenennungen.
Der Konflikt hatte im Mai des vergangenen Jahres begonnen, als die Bezirksvertretung Münster-Mitte beschlossen hatte, die Straßen umzubenennen. Als Begründung wurde angegeben, die Namensgeber der jeweiligen Straßen hätten einen Zusammenhang mit der NS-Zeit. Entsprechend sei es nun an der Zeit, neue Straßennamen zu vergeben.
Gegen diese Entscheidung formierte sich allerdings rasch Protest unter den Anwohnern. Eine Bürgerinitiative sammelte Unterschriften und setzte schließlich den Bürgerentscheid durch. Sie argumentierte, die Straßennamen stammten ursprünglich aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und seien erst später von den Nationalsozialisten vereinnahmt worden. Statt einer Umbenennung forderte die Initiative erklärende Zusatztafeln, um die historische Einordnung im Stadtbild sichtbar zu machen.
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