Offiziell heißt es „Lesereise“, doch in Wahrheit ist es ein Feldzug. Kaum ein Tag vergeht, an dem Kanzlerin a.D. Angela Merkel (CDU) am Rande der Promotiontour für ihre Erinnerungen („Freiheit“) nicht Schlagzeilen macht mit Kommentaren zur Tagespolitik in Deutschland.
Kritisierte sie anfangs nur den Kurswechsel in der Migrationspolitik mit Zurückweisungen an den Grenzen, so holt sie inzwischen zu regelrechten Rundumschlägen aus. Beim Gespräch auf dem Podium der Ostsee-Zeitung (RND) im Innenhof des Schweriner Schlosses am Dienstag nannte sie beispielsweise das Vorgehen des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu „hartherzig“. Ihr Herz schlage mehr für die Friedensdemonstranten für Gaza – eine deutliche Abgrenzung von der Linie der Merz-Regierung.
Merkel beim Signieren ihres Buches in Prag.
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