Die wiederholten Angriffe auf das christliche Café Stay im Leipziger Osten werden auf Nachfrage der BSW-Fraktion vom Stadtrat nicht als Angriff auf die Religionsfreiheit gewertet. Tatsächlich richteten sich die Angriffe demnach lediglich gegen „ein kommerziell betriebenes Café, das der Finanzierung einer Religionsgemeinschaft dient“. Laut Stadtverwaltung verwiesen entsprechende Bekennerschreiben lediglich auf die „Haltung des betreibenden Vereins zu Homosexualität“.
Nach Angaben der evangelischen Nachrichtenagentur idea sei das vor zweieinhalb Jahren eröffnete Café bis jetzt 24-mal Opfer von Anschlägen geworden. Im vergangenen Dezember habe sich mit einem Buttersäureanschlag der bislang gravierendste Vorfall ereignet. Laut der Freikirche Zeal Church, die das Café betreibt, habe der Angriff insgesamt Reparatur- und Renovierungskosten in Höhe von 20.000 Euro verursacht. In der Vergangenheit wurde das Café bereits wiederholt mit Graffiti-Slogans beschmiert, und die Fenster wurden durch Steinwürfe zerstört.
Die Zeal Church widerspricht der Einschätzung der Leipziger Stadtverwaltung und entgegnet, die Angriffe richteten sich „eindeutig gegen unsere religiöse Identität, unsere Theologie und unsere Glaubenspraxis und sind daher religiös motiviert“, was sich auch aus den Bekennerschreiben ergebe. Ziel der Angriffe sei nicht der Geschäftsbetrieb des Cafés, sondern der als Freikirche in Erscheinung tretende Betreiber.
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