Der Termin war unscheinbar, schaffte es meist nicht einmal in die Nachrichten-Schlagzeilen: Die Chefs der ungarischen Regierungspartei FIDESZ (Verband Junger Demokraten) und der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), Viktor Orbán und Herbert Kickl, haben am Donnerstag in Wien eine gemeinsame „Wiener Erklärung“ unterzeichnet. Ein gemeinsames Papier zweier Parteien – nichts, was man grenzübergreifend zur Kenntnis nehmen müsste.
FPÖ-Chef Herbert Kickl begrüßt Viktor Orbán in Wien.
Doch der erste Reflex täuscht. Der Text der Erklärung hat es in sich und setzt auf eine kommende Machtverschiebung in Europa.
„Wir sehen es mit besonderem Stolz, auf europäischer Ebene Seite an Seite mit sehr erfolgreichen Partnern der großen Nationen unseres Kontinentes ein Bündnis geschmiedet zu haben, das sich der besonderen Verantwortung des abendländischen Charakters unseres Kontinentes bewusst ist. Wir wollen und werden auf Augenhöhe zueinander und in Freundschaft miteinander eine positive Reformkraft für Europa bilden“, heißt es gleich eingangs und spielt an auf die drittstärkste Fraktion im Europaparlament „Patrioten für Europa“, der neben FPÖ und FIDESZ u.a. auch das französische Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen angehört.
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