Beim Chemiegipfel Ost in Böhlen bei Leipzig warnten Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften vor dem Verlust von rund 63.000 Arbeitsplätzen in der ostdeutschen Chemieindustrie. Sie hatte lange vom vergleichsweisen günstigen russischen Gas profitiert, der Lieferstopp von russischem Gas liegt drei Jahre zurück, wirkt aber immer noch nach, berichtet die Berliner Zeitung. Vor allem dort, wo die Abhängigkeit am größten war – in Ostdeutschland.
„Viele Anlagen laufen weiter, um technische Schäden zu vermeiden“, sagt Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau. Geld verdienen lasse sich mit einer Anlage nicht, die dauerhaft nur mit 70 Prozent Auslastung fahre. „Energiekosten bleiben der größte Standortnachteil der ostdeutschen Chemie.“ Der Wegfall von Nord Stream wirke dabei vor allem indirekt nach, erklärt Brockmeier. Die Versorgung sei zwar gesichert, doch höhere Preise, stärkere Schwankungen und fehlende Planungssicherheit bremsten Investitionen.
Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











