Heute ist es anders als sonst. In den meisten Fällen passiert am ersten Tag eines großen Strafprozesses noch nicht viel. An diesem Dienstag in Dresden schon.
Das beginnt mit dem Auftritt des Angeklagten. Zutreffender sollte man wahrscheinlich sagen: mit dem Einmarsch. „Unterstützer feiern ihn wie einen Helden“, so beschreibt das die „Süddeutsche Zeitung“ SZ. Das ist nicht übertrieben.
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Johann G. lacht, als Justizbeamte ihn in den Gerichtssaal führen. Er winkt seinen zahlreich erschienenen Fans zu. So selbstgefällig präsentiert sich nur jemand ohne Reue, der alles, was er tut und getan hat, für völlig legitim hält. Wer allerdings nicht gerade ein glühender Anhänger der Antifa ist, wird das, was Johann G. und seine sechs Mitangeklagten getan haben sollen, nur schwerlich als legitim einstufen.
Es geht um versuchten Mord (in zwei Fällen), um schwere Körperverletzung und um Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung.
Zwischen 2018 und 2023 soll der 32-Jährige als Kopf der sogenannten „Hammerbande“ 14 Überfälle orchestriert haben, bei denen mindestens 35 Menschen schwer verletzt wurden. Der Spitzname entstand, weil bei vielen Attacken neben Schlagstöcken auch Hämmer zum Einsatz kamen. Die linke Szene nennt die Gruppe meist „Antifa Ost“. In der ganzen Zeit griff der überregional vernetzte Trupp Menschen an, von denen er glaubte, dass die Opfer der rechten Szene angehörten.
Das konnte stimmen – oder auch nicht: In Connewitz prügelten die selbsternannten Neonazi-Jäger einen Kanalarbeiter krankenhausreif, der sich längst von der rechten Szene losgesagt hatte. Dumm gelaufen. Aber so ist das, wenn man sich in einen Wahn steigert und im Krieg wähnt: Irgendwann sind Kollateralschäden nicht mehr so wichtig.
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