In Zeiten grassierender Judenfeindlichkeit, die längst auch in Teilen der Politik angekommen ist, wollen wir die schlimmsten Ausfälle sichtbar machen. Dafür verleiht NIUS jeden Freitag die „Goldene Wassermelone“ – einen Negativ-Preis für besonders auffällige Antisemiten. Die Wassermelone steht wegen ihrer Farben für die Palästina-Solidarisierung und damit auch für den Hass auf den jüdischen Staat. Diese Woche heißt unsere Preisträgerin Isabel Cademartori.
Marwan Barghuthi war Anführer der Tanzim-Brigaden, einer palästinensischen Terrorgruppe, die während der zweiten Intifada („Al-Aqsa-Intifada“) ab Herbst 2000 zahllose israelische Zivilisten ermordete. Er gilt auch als Gründer und Kommandant der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, einer weiteren Terrorgruppe von Jassir Arafats Fatah. Sie verübte Selbstmordattentate in Restaurants, Cafés und Linienbussen.
Der Terrorfürst selbst, ob operativer oder „nur“ politischer Führer der Terrorgruppen, wurde 2004 von einem israelischen Gericht wegen nachgewiesener Beteiligung als Befehlshaber an mehreren tödlichen Terroranschlägen zu fünfmal lebenslanger Haft plus, wenn er noch einmal wiederkommt, 40 Jahren verurteilt. In perverser Umkehrung der Terroraktivitäten ihres Mannes setzt sich Fadwa Barghuthi für die Freilassung des „palästinensischen Mandela“ (!) ein.
Sie findet dabei tatsächlich Unterstützung im Ausland – bei britischen Promis und „Kulturschaffenden“, die sich in einem offenen Brief für die Freilassung des Mörders aussprachen, aber auch bei deutschen Aktivisten. Und Politikern wie Isabel Cademartori. Die Bundestagsabgeordnete aus Mannheim und weitere Genossen trafen sich kürzlich in Ramallah mit Fadwa Barghuthi, um ihr Anliegen zu unterstützen.
„Viele betrachten ihn als starke politische Integrations- und Führungsfigur für die Palästinenser“, schrieb Cademartori bei Instagram. Das traf allerdings einst auch auf den Gröfaz und die Deutschen zu. Es stimmt, dass Marwan Barghuthi bei den Palästinensern, die keine Hamas-Anhänger sind, einiges Ansehen genießt – aber eben nur, weil und nicht, obwohl er Juden umbringen ließ. Er gilt als Widerständler und Märtyrer in den Kerkern des jüdischen Staates.
Terroristen raus – aus dem Knast: Isabel Cademartori (r.) in Ramallah.
Ihn auf freien Fuß gesetzt sehen zu wollen, hieße, Judenmörder zu amnestieren – in einer Partei, die in Sonntagsreden noch immer das „Nie wieder“ beschwört, eigentlich eine bedenkliche Position. Nicht aber bei den deutschen Sozialdemokraten, die zu Israel ein eher feindseliges Verhältnis pflegen.
Insbesondere Isabel Cademartori, deren Großvater José Mitglied der Kommunistischen Partei Chiles und viermal Abgeordneter im chilenischen Parlament sowie als Wirtschaftsminister unter Salvador Allende diente, scheint eine Obsession mit dem jüdischen Staat zu pflegen. Ihr Account bei X beschäftigt sich hauptsächlich mit den vermeintlichen Untaten Israels, seit sich das Land gegen die Angriffe aus dem Gazastreifen, dem Libanon, dem Jemen und den Iran wehrt.
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