Beim freien Fotojournalisten Leon Enqrique Montero, der unter anderem für die taz und den Spiegel arbeitet, kam es am 11. Februar zu einer Hausdurchsuchung durch die Polizei, bei der elektronische Geräte und Datenträger sichergestellt wurden. Nachdem zunächst die taz selbst darüber informierte und die Ermittlungsmaßnahme in einer Pressemitteilung als „erheblichen Eingriff in die Pressefreiheit“ kritisierte, meldet nun Nius, dass gegen Montero wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt werde.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Oldenburg, auf die sich Nius beruft, stehe Montero im Verdacht, an einem Übergriff auf zwei Männer im Alter von 41 und 42 Jahren beteiligt gewesen zu sein. Beide sollen dabei Frakturen, Prellungen und Hämatome erlitten haben; bei einem der Verletzten wurde demnach ein Beinbruch diagnostiziert.
Der Vorfall soll sich im Umfeld der linksgerichteten Demonstration „Gerechtigkeit für Lorenz“ am 8. November in Oldenburg ereignet haben. Anlass des Protests war die Tötung des schwarzen Lorenz A. bei einem Polizeieinsatz. In Teilen der linken Szene wird der Vorfall als Beispiel rassistisch motivierter Polizeigewalt interpretiert. Zu der Frage, ob es sich bei den Betroffenen der Auseinandersetzung, an der Montero mutmaßlich beteiligt gewesen sein soll, um rechte Gegendemonstranten handelte, wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern.
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