Verkehrte Welt: Die Messerattentäter werden immer jünger. In den vergangenen Tagen häufen sich die Meldungen über jugendliche, ja fast kindliche Gewalttäter. Doch der Presseclub diskutiert stattdessen über ein Phänomen, das niemand wahrnimmt: jugendliche Extremisten in Kameradschaften und AfD-Vorfeldorganisationen. Alle haben angeblich eines gemeinsam: Sie sind gesichert rechtsextrem. Glaubt man diesem Presseclub, steht die Machtübernahme durch Millionen minderjähriger Rechtsextremisten unmittelbar bevor.
Es dauert keine drei Minuten, da fällt das Stichwort AfD zum ersten Mal. Die Warnung vor der Partei zieht sich wie ein roter Faden durch die Sendung. Der „freie Autor“ Michael Kraske beweist, dass er gedanklich alles andere als frei ist. „Das ist jetzt ein Brandherd, diese junge, radikale Militanz“, stöhnt er. Man müsse sich „dringend den rechtsextremen Flächenbrand angucken“. Die Frage ist: Wo brennt es denn eigentlich? Es fallen Schlagworte wie „Sächsische Separatisten“ oder „Terrorgruppe Freital“, die von diesem Club der roten Lichter zu einer bundesweiten Bedrohung hochgejazzt werden. Ach ja, und auf einem Christopher Street Day wurde mal das White Power Zeichen gezeigt. Pöse, das!
Die Runde diskutiert nicht, sie schaukelt sich auf. Fünf Leute, eine Meinung. Es gibt keinen Widerspruch, keine Debatte, kein Beleuchten aus verschiedenen Perspektiven. Stattdessen muss die Moderatorin Susan Link immer wieder neu das Wort erteilen, so dass die Protagonisten dann brav ihr jeweiliges, gut vorbereitetes Statement abgeben können.
ANGST IN ANKARA: Gutes Gespräch mit Putin ‒ Was hat Trump auf NATO-Gipfel vor? | WELT LIVESTREAM











